Rezension zu Aura: Verliebt in einen Geist von Jeri Smith-Ready

Ich muss zugeben, dass ich diesem Buch mehr als nur etwas skeptisch gegenüber stand, allein schon deshalb weil mich sowohl das Cover und erst Recht die Inhaltsangabe zu der Annahme verführt haben, dass es sich hier um ein völlig typisches und fürchterlich kitschiges „Mädchen hat besondere Fähigkeiten und bleibt deswegen zwischen zwei Kerlen hängen“-Buch handelt.

Und genau genommen stimmt das sogar irgendwie, besonders wenn man noch eine gute Prise Sex, Drugs and Rock`n`Roll mit hinein mischt. Und trotzdem ist der erste Teil von Jeri Smith-Readys „Aura“-Trilogie etwas ganz besonderes und ein Buch, das mich sehr schnell in seinen Bann ziehen konnte.

Denn eigentlich ist Aura gar nicht so besonders, wie man vielleicht denke mag, wenn man liest, dass sie Geister sehen kann. Denn das kann jeder, der zur gleichen Zeit wie Aura oder nach ihr geboren wurde. Denn Aura wurde genau in der Minute nach dem Ereignis geboren, das als Shift bekannt ist – und wie alle Kinder nach ihr, konnte sie schon von klein auf Geister sehen.

Die Welt, die die Autorin hier geschaffen hat, nicht nur die großen, offensichtlichen Unterschiede zwischen Pre- und Post-Shiftern, wie die Menschen, die vor bzw. nach dem Shift geboren wurden, genannt werden, sonder auch die kleinen, feinen Details, sorgt für eine absolut faszinierende, sehr realistisch wirkende Kulisse, die immer wieder mit unglaublichen Wendungen und Überraschungen daher kommt und den Leser schnell in ihren Bann zieht und offenbart, dass es hier mehr zu finden gibt, als nur eine oberflächliche Dreiecksgeschichte.

Auch der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, er ist leicht und flüssig und durch die Ich-Erzählung aus Auras Perspektive ist es mir sehr leicht gefallen mich nicht nur auf diese abenteuerliche Geschichte einzulassen sondern mich auch in die Protagonistin hineinzuversetzen. Sehr schön fand ich auch die immer wieder in den Text eingeflochtenen Songausschnitte, die einem Logans Quasi-Rockstar-Dasein gut näher gebracht haben.

Alles in allem hat mich „Aura: Verliebt in einen Geist“ wirklich begeistern können, auch wenn der Fokus im Laufe der Geschichte für meinen Geschmack etwas zu sehr von den Hintergründen des Shifts auf das allgemeine Gefühlschaos umgeschwenkt ist – so oder so hält sich die Romanze allerdings soweit in Grenzen, dass immer auch der „wissenschaftliche“ Teil der Handlung verfolgt werden kann und das ist schon deutlich mehr als viele andere Young Adult Bücher von sich behaupten können. Daher gibt es von mir eine dicke Empfehlung für alle Fans romantischer Urban Fantasy, die vor allem durch eine einzigartige, faszinierende Idee glänzen kann.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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