Rezension zu Rosendorn von Jenna Black

Meinung:

Eigentlich habe ich meine „Feen-Phase“ ja spätestens mit unserem gräulichen Abi-Motto hinter mich gebracht und mittlerweile wirklich keine Lust mehr auf diese Wesen, zumindest nicht in Romanen, in denen sie die alleinige Hauptrolle spielen. Deshalb habe ich mir auch nie „Glimmerglass“ (die Originalfassung von „Rosendorn“) zu Gemühte geführt, obwohl ich schon vor Ewigkeiten darüber gestolpert bin, und hätte mir auch „Rosendorn“ selbst niemals näher angeschaut, wenn es nicht eines Tages einfach in meinem Briefkasten gelegen hätte.

Was für ein Glück! Wobei diese Begeisterung nicht sofort einsetzte, denn nachdem ich mir erstmal Klappentext und Inhaltsangabe durchgelesen hatte, war ich ehrlich gesagt noch skeptischer als eh schon. Die ersten Kapitel von „Rosendorn“ haben mich aber glücklicherweise schnell eines besseren belehrt:
Allein die Idee hinter Rosendorn ist toll. Natürlich ist „Avalon“ nichts neues, der Name wird wohl jedem ein Begriff sein, aber Jenna Blacks Avalon ist erfrischend anders. Die ganze Welt weiß, dass es Feen gibt. Doch Menschen und Feen können nur an einem einzigen Ort der Welt aufeinander treffen, nämlich in Avalon, dort wo sich die Welt der Menschen und die der Feen überschneiden. Jahrhundertelang war Avalon die heißumkämpfteste Stadt der Welt, mittlerweile hat sie sie sich zum unabhängigen Stadtstaat erklärt, der, aus Sicht der Menschen, irgendwo in Großbritannien liegt.

Ich muss zugeben, dass ich einige Sachen nicht sofort verstanden habe, zum Beispiel, dass Feen die Welt der Menschen nicht betreten können und umgekehrt, dass Magie in der Welt der Menschen nicht funktioniert, Technik dafür nicht in der der Feen, und solche Dinge. Insgesamt ist Blacks Weltenaufbau aber durch und durch schlüssig und sehr faszinierend.

Genauso ist auch Dana, die Protagonistin des Romans, aus deren Sicht „Rosendorn“ auch erzählt ist. Ich fand das Mädchen eigentlich sofort sympathisch. Sie ist leidgeprüft, mit ihrer alkohlsüchtigen Mutter, die sie immer wieder quer durch die USA geschleift hat, damit Danas Vater sie nicht finden kann und die Dana dazu gezwungen hat viel zu früh erwachsen zu werden, und trotzdem hat sie sich eine gewisse Naivität und Unsicherheit bewahrt, einfach weil sie in vielen Dingen (darunter auch Jungs) keinerlei Erfahrung hat. Dana ist keine dieser allwissenden/allmächtigen YA-Heldinnen, denen alles gelingt, was sie anfassen. Ebenso wenig ist sie allerdings eins dieser Mädchen, die sich voll und ganz auf ihren Prinzen in glänzender Rüstung verlassen. Sie ist eigentlich nur auf der Suche nach einem Stückchen Kindheit, gerät dabei aber sozusagen vom Regen in die Traufe und obwohl sie nicht wirklich weiß, wie ihr geschieht, kämpft sie tapfer darum, nicht zum wehrlosen Spielball skrupelloser Feen zu werden.

Ich fand Dana, genau wie auch die anderen Charaktere des Buchs, wunderbar beschrieben, sehr facettenreich und, zumindest teilweise, auf Anhieb sympathisch. Das zusammen mit dem außergewöhnlichen Setting und der fesselnden Handlung macht „Rosendorn“ meiner Ansicht nach zum Auftakt einer Serie mit Suchtpotential. Daher gibt es für „Rosendorn“, das mich zwar mit dem nicht ganz so starken Ende dann doch etwas enttäuscht hat, trotzdem volle 5 Punkte.

Auf der Seite des Verlags könnt ihr euch übrigens kostenlos die Vorgeschichte zu „Rosendorn“, eine Kurzgeschichte aus der Sicht von Kimber, durchlesen und runterladen.

Fazit:

„Rosendorn“ hat sich nach anfänglicher Skepsis ganz schnell einen sicheren Platz in meinem „Best Reads 2012“ Regal gesichert und ich will gar nicht wissen, wie lange es noch dauern wird, bis die nächsten Bände erscheinen…

Ich kann die Geschichte wirklich nur jedem Fan von YA Urban Fantasy empfehlen, mir hat sie super gefallen!

Das Cover:

Ähm, ja, also das Cover sieht in Wirklichkeit deutlich besser aus als auf diesem Bild, weil die Farben hier irgendwie etwas blaustichig sind und das Mädchen aussieht wie ein Zombie… Ich find’s schön, allerdings ist es „inkorrekt“ was die Details angeht: Abgesehen davon, dass Dana Kleider einfach nur für unpraktisch hält, ist sie blond, nicht braunhaarig und wenn sich ihr Kleid schon in Rosen auflöst, dann sollten das eigentlich weiße Rosen sein.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike »

2 Kommentare zu “Rezension zu Rosendorn von Jenna Black”

  1. Mir hat das Buch leider nur mittelmäßig gefallen, dabei war es bei mir genau andersherum, ich habe mich wahnsinnig auf das Buch gefreut und wurde dann Enttäuscht, kann also sein, dass es vor allem an der Erwartungshaltung lag. 🙂

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: