Rezension zu Broken Destiny: Dämonenasche von Jeaniene Frost

Ivy hat seit ihrer Kindheit Visionen, in denen sie die Welt sieht, wie sie eigentlich gar nicht ist: Grau, düster, kaputt und eiskalt, gleichzeitig zeigen ihre Visionen trotzdem immer Spiegelbilder der echten Welt. Auch jahrelange Behandlungen bei diversen Psychologen konnten daran nichts ändern und Ivy ist mittlerweile weitestgehend überzeugt, dass sie tatsächlich verrückt ist. Dann verschwindet ihre Adoptivschwester Jasmine, ihre Adoptiveltern sterben auf der Suche nach ihr bei einem Autounfall und als Ivy in der Stadt, in der ihre Schwester verschwand und ihre Eltern starben, auch noch angegriffen wird und der mysteriöse Adrian sie rettet, scheinen ihre Visionen gar nicht mehr so verrückt zu sein.

„Broken Destiny: Dämonenasche“ ist das erste Buch von Jeaniene Frost ist der erste Roman der Autorin, den ich gelesen habe und während ich ihn innerhalb von nichtmal zwei Tagen gelesen habe, gibt es doch einiges ,was mich wirklich gestört hat.

Allem voran Adrian und die Liebesgeschichte! Ich mein, was soll das?! Findet es die durchschnittliche Frau wirklich so unglaublich attraktiv, wenn ein sexy Fremder sie stalkt, entführt oder einfach generell wie Müll behandelt? Kann ein Mann (oder eine Frau oder was auch immer) wirklich so attraktiv sein, dass das Aussehen jegliche Art von noch so gruseligem Verhalten okay oder sogar völlig irrelevant macht? Ich kann es einfach nicht verstehen… Klar, so jemand, der richtig sexy ist, kann einem sicherlich schon mal den Kopf verdrehen, aber so sehr, dass man sich unsterblich in die Person verliebt, die sich einfach nur gruslig verhält? Und das ist dann natürlich auch noch die eine Liebe, die erste und die größte und die absolut aller einzigste! (Ich weiß, dass man einzig nicht steigern kann… Aber es passte gerade) Realistisch? Nun ja…

Meine strickte Abneigung gegenüber diesen Stalker-Kidnapper-Instant-Liebe-Dingern mal beiseite, ich bin zugegebenermaßen auch kein großer Fan christlich-religiöser Mythen und Märchen oder irgendwas, das darauf basiert. Nun spielt eben das aber eine große Rolle in diesem Roman, biblische Figuren und deren Nachkommen und die Gaben und Flüche dieser Familien. Allerdings muss ich zugeben, dass diese biblische Mythologie hier doch ganz gut eingebunden ist, besonders gefallen hat mir die Tatsache, dass die „gute“ Seite eben in den Augen des Einzelnen nicht immer gut ist, sondern es oft sogar mutwillig böse wirkt, weil es das „große Ganze“ im Blick hat. Gleichzeitig fand ich Ivys unerschütterlichen Glauben an manche Dinge, dann aber doch sehr naiv und bisweilen auch leicht nervtötend.

Trotzdem, ich habe „Broken Destiny: Dämonenasche“ in einem Rutsch durchgelesen und fand es dabei auch ziemlich unterhaltsam, der Schreibstil ist auf jeden Fall sehr angenehm gewesen, die Handlung flüssig und gut zu lesen, es gibt keine Lücken oder Ungereimtheiten, allerdings auch nicht allzu viel Spannung, da vieles, wie ich fand, doch eher ins Richtung „vorhersehbar“ tendierte, zumindest, wenn man etwas mit biblischen Geschichten auskennt und ich denke, da ist nach neun Jahren katholischer Schule doch wider Willen einiges hängengeblieben.

Insgesamt ist Jeaniene Frosts Serienauftakt „Broken Destiny: Dämonenasche“ ziemlich typische, 08/15 Lektüre, die aber nichtsdestotrotz ganz gute Unterhaltung bietet, ein kurzfristiges Lesevergnügen, das durchaus neugierig macht auf die folgenden Bände, auch wenn ich die Charaktere ziemlich… nun ja, sagen wir, ich fand sie nervig. Für Fans romantischer Urban Fantasy mit Engeln und Dämonen und einem biblischen Hintergrund aber sicherlich durchaus empfehlenswert 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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