Rezension zu Earth Girl: Die Prüfung von Janet Edwards

Janet Edwards - Earth Girl: Die PrüfungAdd on GoodReadsJanet Edwards – Earth Girl: Die Prüfung
 
Originaltitel: Earth Girl
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seiten: 448
ISBN: 978-3499259029
 
 

[mygenres] Band 1 der „Earth Girl“ Serie
 
 

Sie kommt von der Erde. Ihr Schicksal steht in den Sternen.

Jarra ist ein «Earth Girl». Während sich der Rest der Menschheit aufmacht, fremde Galaxien zu entdecken, ist Jarra zu einem Leben auf dem alten Heimatplaneten verdammt: Aufgrund eines Gendefekts kann sie nicht teleportieren. Sie gehört zu den Ausgestoßenen, den Wertlosen. Aber Jarra hat einen Traum: Sie will normal sein, will wie alle anderen studieren. Ihre Leidenschaft ist die Frühgeschichte – der faszinierende Zeitraum vor Erfindung der Portaltechnik. Damals lebten die Menschen in riesigen Städten wie New York, die heute nur noch Ruinen sind. Um ihren Traum wahr werden zu lassen, muss Jarra ihre Identität ver­leugnen. Sie ist bereit, diesen Preis zu zahlen. Doch als ein schreckliches Unglück droht und nur Jarra es aufhalten kann, beginnt sie sich zu fragen, ob es wirklich so erstrebenswert ist, normal zu sein …

 
 
Meinung:
 
„Earth Girl“ ist ein sehr schräges Buch. Ich war mir lange nicht sicher, ob ich es überhaupt lesen möchte, weil ich bereits vor einigen Monaten eine schreckliche Unlust auf Dystopien entwickelt habe. Ich habe hier Bücher wie „Insurgent“, „Eve“ & „Once“, „Surrender“, „Fever“ oder „Pandemonium“ rumstehen, die ich vorbestellt hatte, weil ich so gerne Dystopien gelesen habe und mich total auf die Bücher gefreut habe. Und jetzt stehen sie in meinem Regal und ich hab einfach keinen Bock drauf sie zu lesen.

Deshalb meine Unsicherheit bezüglich „Earth Girl“. Da ich es dann allerdings doch in die Hände bekommen habe, blieb mir kaum etwas anderes übrig, als mich trotzdem an das Buch zu wagen. Und ich muss sagen, ich war anfangs gar nicht begeistert.

„Earth Girl“ spielt etwas über 750 Jahre in der Zukunft. Die Menschheit hat sich längst auf gemacht fremde Planeten zu besiedeln und dank der Portale, einer Art Teleportations-Technologie, ist es überhaupt kein Problem mal eben von einem Planeten zum nächsten zu hüpfen.

Die Erde ist nicht viel mehr als ein großer Schutthaufen. Kriege, Überbevölkerung, Naturkatastrophen und was es sonst noch so gibt haben den Planeten verwüstet und zum „Exodus“, der großen Flucht auf den ersten anderen besiedelten Planeten, geführt, sodass auf der Erde tatsächlich nichts weiter bleibt als jede Menge in Trümmern liegende ehemalige Millionenstädte und eben die „Affen“.

Die „Affen“ das sind Behinderte. Menschen mit einem defekten Immunsystem, das es ihnen aus bislang ungeklärten Gründen unmöglich macht auf anderen Planeten zu überleben. So sitzen sie auf der Erde fest, während die Norms, oder „Exos“, wie die auf der Erde verbliebenen sie boshaft nennen, fröhlich von Planet zu Planet hüpfen.

Die Protagonistin Jarra ist eine dieser Behinderten. Und mein Gott, was muss sie dem Leser das unter die Nase reiben… Ich hätte das Buch am liebsten in die Ecke geschmissen, so sehr ist mir dieses dumme und arrogante Gör auf den Geist gegangen.

Ja, ihr Frust und ihr Hass und ihre Wut sind natürlich verständlich, immerhin schieben die meisten Norm-Eltern ihre behinderten Kinder ohne großes Nachdenken auf die Erde ab und melden sich dann nie wieder bei ihnen. Aber die Aggressionsprobleme, die Jarra hat, sind echt ein bisschen zu viel des Guten… Besonders da das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist und gerade zu Beginn jedes einzelne Wort nur so vor Arroganz und Aggressivität tropft. Zumindest kam es mir so vor.

Durch eine recht eigensinnige Entscheidung kommt Jarra bald in engen Kontakt mit einem ganzen Haufen von Norms, was dazu führt, dass sie ihre Einstellung doch nochmal irgendwie überdenken muss. Doch kaum, dass ihre Arroganz endlich erträglicher wird, taucht das nächste Problem auf: Jarra ist eine Alles-Könnerin! Es gibt nichts, was sie nicht eh schon wie ein Profi kann oder zumindest direkt im ersten Anlauf perfekt hinbekommt…

Das war leider etwas, was mich das ganze Buch über ziemlich gestört hat, denn dadurch liefen viele Dinge auch einfach etwas zu glatt und Jarra wirkte dadurch zu eindimensional für mich, sodass auch der „Zusammenbruch“, den sie erleidet, in meinen Augen nicht wirklich realistisch war.

Ansonsten fand ich „Earth Girl“ allerdings klasse und es war einfach viel zu schnell vorbei, da sich das Buch dank es angenehmen Stils der Autorin und der wirklich spannenden und vielseitigen Geschichte sehr gut lesen lässt. Sehr gut fand ich vor allem, dass der wissenschaftliche Hintergrund nicht so abstrus ist, wie in manch anderem Buch dieser Art, sondern manch sich die beschriebene Entwicklung (auch gemessen an dem vergangenen Zeitraum von 700+ Jahren) durchaus als sehr realistisch vorstellen kann.

Lediglich eben besagte Probleme mit der Protagonistin und teilweise etwas dürftige Details, die hoffentlich in eventuellen Fortsetzungen noch nachgereicht werden, haben verhindert, dass „Earth Girl“ (das im Übrigen KEINE Dystopie ist!) für mich zu einem perfekten Buch wurde.
 
 


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Mit herzlichem Dank an den Rowohlt-Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
Rowohlt
 
 
5 Sterne - Super

 
 
Die Autorin
 
Janet Edwards lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Birmingham. Sie hat in Oxford Mathematik studiert und ist ein großer Science-Fiction-Fan.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Earth Girl: Die Prüfung von Janet Edwards”

  1. Hi, also gerade den sarkastisch-ironischen Schreibstil finde ich toll und der wäre für mich ein Grund, das Buch zu lesen. Ich denke, dass der Schreibstil Absicht ist und man sowas schon (zumindest hin und wieder) mögen sollte, ansonsten wird das Buch sicher nicht so gut ankommen 😉 Ich hoffe, dass ich das Buch bald irgendwo ertauschen kann, bei vorablesen hatte ich leider (mal wieder) kein Glück. bookaddicted.de

    1. Hi,

      ich mag es ja eigentlich auch gerne, wenn der Stil bei einem Buch etwas sarkastischer und der Humor etwas abgedrehter ist, nur was mich an diesem Buch halt so gestört hat (zumindest am Anfang) war eben, dass Jarra eine etwas arg übertriebene „Ich werd euch schon zeigen, dass ich, obwohl ich nur ein dummer Affee bin, viel besser bin als ihr!“-Haltung hatte, die sie in meinen Augen sehr negativ hat rüber kommen lassen.
      Klasse war das Buch allerdings trotzdem, hoffe, du kommst bald dazu es zu lesen 😉

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