Rezension zu So wie Kupfer und Gold von Jane Nickerson

Ich bin ja ein riesiger Fan von Büchern, in denen klassische Märchen neu erzählt werden. Im Fall von Jane Nickersons „So wie Kupfer und Gold“ ist es das französische Märchen „Blaubart“, dem ein neues Gewand verpasst wird – und zwar eine wirklich faszinierende Mischung aus historischem Roman und Schauerelementen.

Besonders gut gefallen hat mir hier die 19. Jahrhundert-Südstaaten-Atmosphäre, die von der Autorin schon mit wenigen Worten erschaffen wird. Allerdings gab es hier ein paar kleinere Startschwierigkeiten, denn zu Beginn der Geschichte war mir die Wortwahl stellenweise dann doch etwas zu modern und auch der Schreibstil wirte anfangs noch ein wenig holprig. Glücklicherweise gibt sich das aber beides sehr schnell und es entwickelt sich die schon erwähnte Atmosphäre.

Es gibt riesige Herrenhäuser, prunkvolle Kleider, charmante Gestalten, exotisches Essen und dunkle Geheimnisse. Und eine Protagonistin, die einfach nur sympathisch ist und mit der vermutlich jeder Leser etwas anfangen können wird. Das zusammen sorgt dafür, dass man sich als Leser schnell in die Geschichte fallen lassen kann und an Sophias Seite in diese faszinierende Welt eintaucht.

Allerdings hapert es doch ein wenig an Spannung. Zwar ist jede Menge Faszination vorhanden gewesen, weil die Autorin es wirklich versteht die Zeit und das damalige Leben zu schildern und lebendig werden zu lassen, nur spannend ist es eben leider nur begrenzt. So plätschert die Geschichte für ca. drei Viertel des Buchs mehr oder minder ruhig und auch relativ langsam dahin und auch wenn ich mich nicht gelangweilt habe, habe ich mich doch gefragt, wann denn jetzt mal so richtig etwas passiert.

Alles in allem hat mir „So wie Kupfer und Gold“ daher zwar wirklich gut gefallen, was die Umsetzung des Settings, die Erschaffung einer authentischen Atmosphäre anging und ich habe es locker in einem Rutsch gelesen, ohne mich dabei zu langweilen, nur an Spannung und Tempo hat es dann doch irgendwie gemangelt.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu So wie Kupfer und Gold von Jane Nickerson”

  1. Ich glaub, dieses Buch landet auf meiner Wunschliste. Eine schöne Rezension – nachdem ich sie gelesen habe, wette ich, dass mir besonders die Settings sehr gefallen könnten. Liebe Grüße!

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