Rezension zu Totentrickser von Jan Oldenburg

Mit „Totentrickser“ hat Jan Oldenburg einen wirklich unterhaltsamen und humorvollen Fantasy-Roman geschaffen, der mich richtig begeistert hat. Zwar würde ich das Buch nicht unbedingt, wie auf dem Buchrücken angepriesen, mit Walter Moers in eine Reihe stellen, weil es von der Art und vom Stil her doch sehr anders ist – moderner, weniger episch – aber auf seine Art hat es mir durchaus so gut gefallen wie Moers‘ frühere Werke.

Oldenburgs Roman ist dabei wirklich vorrangig auf komisch-witzige Unterhaltung ausgelegt und davon gibt es hier auch wirklich mehr als genug. Denn die Heldentruppe um den Zwergenkrieger Brom „Die Axt“ Stahlbart richtet ungefähr so viel Unheil an, wie sie versucht Gutes zu tun, was mehr als einmal für ziemliche Schwierigkeiten und für den Leser köstlich amüsante Szenen sorgt.

So auch direkt zu Beginn des Buchs, wo unsere Heldentruppe die Heimstätte des Nachtelfen Totenbeschörers Thanatos stürmt und diesen, natürlich völlig unabsichtlich und versehentlich, zur Strecke bringt. Unglücklicherweise muss die Truppe aber feststellen, dass Thanatos eine Tochter hatte, ein kleines, verzogenes Gör namens Nenia, und die muss nun irgendwo anders untergebracht werden. Los geht also die Reise um Nenias Verwandte abzuklappern und dem Kind einen neuen Vormund zu finden – dass das nicht so klappt wie geplant, ist kaum verwunderlich.

Dabei schafft der Autor eine wirklich rundum gelungene Mischung aus ziemlich abgedrehten Charakteren (die übrigens stark durch MMORPGs inspiriert zu sein scheinen, bedenkt man die verschiedenen „Rassen“ und „Klassen“ etc.), einem oftmals irrwitzigen Plot, einem locker-leichten und sehr humorvollen Schreibstil und entsprechend spritzigen Dialogen aber auch einigen tieferen, traurig-melancholischen Einblicken in die nicht immer ganz so rosige Vergangenheit der einzelnen Figuren sowie einer ganzen Reihe von Anspielungen an und Spitzen gegen aktuelle Gesellschaftsphänomene.

Alles in allem hat mir „Totentrickser“ von Jan Oldenburg daher wirklich sehr großen Spaß gemacht und ich kann es nur jedem Fan humoristischer High Fantasy empfehlen.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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