Rezension zu Weltenspringer von James Riley

James Rileys Fantasyabenteuer „Weltenspringer“ kommt mit einer Idee daher, die mich sofort begeistern konnte: Ganz ähnlich den Buchspringern in Mechtild Gläsers gleichnamigen Roman kann auch Bethany aus diesem Roman in Bücher eintauchen – und nimmt Klassenkamerad Owen mit in seinen Lieblingsroman. Das ist allerdings auch schon alles, was die beiden Romane gemeinsam haben, denn obwohl ich mir einiges von James Rileys Geschichte erhofft hatte, konnte sie mich nicht so richtig begeistern.

Das lag vor allem an den Charakteren. Denn Owen, der Protagonist, ist mir von Anfang an nicht gerade positiv aufgefallen. Er ist gerade zu Beginn der Handlung eigentlich nur weinerlich und nörgelt über jede noch so belanglose Kleinigkeit. Dass er dazu noch sehr ich-bezogen ist, macht die ganze Sache nicht besser. Auch die halbfiktive Bethany ist alles andere als sympathisch, sie hat mich ein wenig an Hermine Granger ganz zu Beginn der Harry Potter Romane erinnert, als sie noch die überkorrekte und sterbenslangweilige Streberin war.

An sich wäre das ja gar nicht tragisch, denn ich habe eigentlich nichts gegen unsympathische Figuren, solang sie trotzdem gut gemacht sind, d.h. aus glaubwürdigen Motivationen heraus handeln, sich im Laufe der Geschichte angemessen und realistisch weiterentwickeln und es irgendwas an ihnen gibt, das sie interessant macht. Leider ist gerade der Punkt mit der Entwicklung bei Owen und Bethany nicht allzu ausgereift bzw. allzu gut umgesetzt – Owen entwickelt sich viel zu langsam und Bethanys Entwicklung kommt viel zu plötzlich.

Auch mit der Handlung von „Weltenspringer“ bin ich nicht wirklich warm geworden, was natürlich nicht zuletzt an meinen Problemen mit den Charakteren lag. Allerdings fand ich die Handlung auch so etwas chaotisch, der Roman ist für meinen Geschmack mit beinahe schon etwas zu vielen Plotelementen vollgestopft – und viel zu vielen Robotern? Ich denke, wenn ich größeres Interesse am Schicksal von Owen und Bethany gehabt hätte, hätte mich auch die Handlung eher fesseln können.

Alles in allem war „Weltenspringer“ von James Riley einfach nicht mein Ding. Der Roman kommt mit einer wirklich vielversprechenden Prämisse daher, da ich aber einfach nichts mit den Charakteren anfangen konnte, wollte es auch sonst nicht so recht Klick machen. Dass man dem Buch klar anmerkt, dass es lediglich die Exposition für eine Reihe ist, macht die Sache auch nicht besser. Schade, mein Fall war es nicht, aber für jüngere Leser, die auf Roboter und Magie stehen, könnte es was sein 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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