Rezension zu Vorsicht, Sternschnuppe! von Jae

Und zur Abwechslung mal eine lesbische Weihnachtsgeschichte! Ich gebe zu, Jae ist eine meiner liebsten Autorinnen, wenn es um lesbische Literatur geht und meine Erwartungen dementsprechend relativ hoch – nicht unbedingt, weil ich auf eine besonders tiefgründe Lektüre gehofft habe, sondern eine, die sich gut und flüssig lesen lässt.

Das war bei „Vorsicht, Sternschnuppe!“ von Jae leider nicht so ganz der Fall. Tiefgründig ist diese Geschichte nun sowieso nicht, es gibt so ziemlich genau ein Element, das die Handlung am Laufen hält und zwar die „verbotene Liebe“ zwischen Chefin und Angestellter. Und das reicht leider in meinen Augen nicht für die ganzen 400 Seiten, sodass die Geschichte irgendwo in der Mitte doch einen rechten Hänger hat.

Allerdings gab es auch noch einen anderen Grund, der das vielleicht erklärt: Wie viele Titel von Jae ist auch dieser sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch erschienen, im Englischen sind vorher allerdings auch zwei Romane um Aiden und Dawn erschienen, von denen der erste allerdings erst im Frühjahr 2015 unter dem Titel „Auf schmalem Grat“ auf Deutsch erscheint. Das Problem dabei: „Vorsicht, Sternschnuppe!“ ist eine Art Spin-Off, in dem ein wichtiges, handlungstragendes Element aus Band 2 der Serie um Aiden und Dawn erwähnt wird.

Irgendwie ungüstig, zumal ich gerade erst den ersten Teil „Conflict of Interest“ (dt. dann halt „Auf schmalem Grat“) gelesen hatte und dann doch sehr über dieses Detail in „Vorsicht,Sternschnuppe!“ gewundert habe und meine Lektüre erstmal unterbrochen habe, um „Next of Kin“, den zweiten Teil mit noch unbekanntem deutschen Veröffentlichungsdatum, zu lesen.

Trotzdem hat mir die Geschichte Spaß gemacht, zwischendrin habe ich halt einfach mal ein wenig schneller weitergeblättert. Sieht man aber davon ab, dass die Handlung stellenweise halt etwas dünn ist, bietet „Vorsicht, Sternnschnuppe!“ trotzdem noch eine wirklich sympathische Protagonistin, Austen, eine nicht ganz so sympathische, trotzdem aber faszinierende zweite Protagonistin, Dee, und eine schöne Romanze zwischen den beiden.

Dazu kommen Familiendrama hier und da, eine überkochende Gerüchteküche und ein kleines bisschen Weihnachtsstimmung – Handlung umfasst ein gutes Jahr, daher hält sich die Weihnachtsstimmung an sich eher in Grenzen und ich würde „Vorsicht, Sternschnuppe!“ im Nachhinein auch nicht unbedingt als Weihnachtsbuch einstufen.

Insgesamt fand ich Jaes „Vorsicht, Sternschnuppe!“ eine schöne Romanze, voller Gefühle, locker und leicht zu lesen, leider aber etwas zu sehr in die Länge gezogen. Trotzdem, empfehlenswert für alle Fans der Autorin. 😉

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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