Rezension zu Vollmond über Manhattan von Jae

Ein großes Problem mit den Geschichten von Jae ist die mangelnde Konstanz was deutsche Versionen angeht. Während es (bis auf 2 Ausnahmen, wenn ich das richtig gesehen habe) alle Titel der deutschen Autorin auf Englisch gibt, gibt es vieles eben nur auf Englisch und nicht auf Deutsch. Das ist gerade dann überaus ärgerlich, wenn es sich um eine der beiden größeren losen Serien der Autorin handelt. „Vollmond über Manhattan“ ist aus einer dieser Serien, nämlich der, in der es um die Wrasa, Gestaltwandler, die versteckt unter den Menschen leben, geht.

Wer nun den Hauptroman dieser Serie, im Englischen „Second Nature“, der deutsche Titel, sollte es ihn denn überhaupt geben, ist mir so aus dem Stehgreif leider nicht bekannt (Edit: Es gibt „Second Nature“ momentan nicht auf Deutsch), nicht gelesen hat, der wird bei den ihn umgebenden Kurzgeschichten und Novellen, zu letzteren gehört auch „Vollmond über Manhattan“, vermutlich so einige Verständnisprobleme haben.

Denn viel erklärt wird in „Vollmond über Manhattan“ nicht. Die Wrasa und all ihre Sitten und Gebräuche werden nicht großartig vorgestellt sondern es wird eine gewisse Vorkenntnis vorausgesetzt, ohne die das Hauptthema dieser Geschichte, die Angst der Kojoten Wrasa Shelby vor der Entdeckung ihrer Beziehung mit Nyla, einem Menschen, denkbar flach und unbegründet rüberkommt.

Leider ist die Geschichte aber auch mit den nötigen Vorkenntnissen nicht unbedingt eine der besten, die ich bislang von Jae gelesen habe, denn man wird einfach das Gefühl nicht los, dass sie an dem Punkt abbricht, an dem es eigentlich gerade erst so richtig los geht, denn der Hauptkonflikt bleibt, zumindest in meinen Augen, völlig ungelöst und auch sonst fehlt einfach was, man kann nicht so richtig in die Geschichte eintauchen.

Alles in allem ist „Vollmond über Manhattan“ von Jae eindeutig eine der schwächeren Novellen der Autorin, zu kurz, zu flach und auch wenn ich die Charaktere durchaus mochte, bleibt vieles zu unausgereift. Und wer sich nicht zumindest etwas im Wrasa-Universum auskennt, der wird mit dieser Geschichte wohl gar nichts anfangen können.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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