Rezension zu Rosen für die Staatsanwältin von Jae

Mit „Rosen für die Staatsanwältin“ ist im Oktober nach „Auf schmalem Grat“ der zweite (offizielle) Teil der Portland-Serie von Jae erschienen, in dem sich die Geschichte um die Polizistin Aiden und ihre Lebensgefährtin, die Psychologin Dawn fortsetzt. Allerdings rückt die schon aus dem ersten Band bekannte Staatsanwältin Kade stärker in den Fokus der Geschichte, genau wie Del, die ebenfalls schon aus „Auf schmalem Grat“ bekannt ist. Zusätzlich zu diesen vier Figuren gibt es noch eine handvoll Nebenfiguren, insbesondere Kades Familie, die für einiges an Frustration und Chaos sorgt.

Ich muss sagen, ich fand diesen Roman nicht mehr ganz so gut wie den ersten Teil, denn auch wenn ich nach wie vor ein großer, großer Fan von Jaes Schreibstil und ihrer Art Geschichten zu erzählen bin, die Geschichte war weit weniger spannend als in „Auf schmalem Grat“, was natürlich nicht zuletzt daran lag, dass ich den zentralen Twist bereits kannte – ein dummer Zufall, denn wie ich feststellen musste, ist das vor gut einem Jahr erschienene „Vorsicht, Sternschnuppe!“ ein Spin-Off der Portland-Serie (auch wenn es auf der Verlagsseite nicht als solches gekennzeichnet ist), das zeitlich gesehen nach „Rosen für die Staatsanwältin“ spielt und daher den eben erwähnten Twist mal eben so in einem Nebensatz enthüllt – die richtige Lesereihenfolge wäre also wohl „Auf schmalem Grat“, „Rosen für die Staatsanwältin“, „Vorsicht, Sternschnuppe“ und dann das irgendwann im Januar erscheinende „Umzugsfieber“.

Trotzdem, auch wenn mich die Geschichte nicht zu 100% überzeugen konnte, unterhalten hat sie mich allemal, allein dank der tollen Charaktere, denn auch wenn Aiden und Dawn hier doch etwas arg in Richtung Butch/Femme-Klischee abdriften, die Beziehung, die sich zwischen Kade und Del entwickelt ist sehr schön geschildert und einfach mal was anderes, denn statt Liebe auf den ersten Blick und sofortigem Zusammenziehen oder ähnlichen Klischees gibt es hier eine sehr langsame und dadurch umso realistischere Romanze – sehr schön!

Alles in allem hatte ich meinen Spaß mit Jaes „Rosen für die Staatsanwältin“, die Figuren sind mir noch ein bisschen mehr ans Herz gewachsen und ich freue mich schon sehr darauf, mehr von ihnen zu lesen. Ja, die Geschichte hat gerade im Hinblick auf die Spannung etwas zu Wünschen übrig gelassen und ist wie immer nicht die tiefgängiste, bietet einem aber gute, solide Unterhaltung. Wer den ersten Teil, „Auf schmalem Grat“ mochte, der wird sicherlich auch diesen Band mögen 😉

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike (Filia Libri) »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*