Rezension zu Auf schmalem Grat von Jae

Dawn ist Psychologin und kümmert sich in ihrer Praxis hauptsächlich um (homosexuelle) Misshandlungs- und Vergewaltigungsopfer – oder sie hält Vorträge auf Fortbildungsseminaren für Polizisten, die auf sexuelle Verbrechen spezialisiert sind. Zu diesen gehört auch Aiden, die mit Leib und Seele Detective ist. Als sich die beiden Frauen auf dem Seminar kennen lernen, ahnt keine von ihnen, wie eng ihre Zukunft miteinander verknüpft ist – denn nur kurze Zeit später wird Dawn selbst Opfer einer Vergewaltigung und Aiden ermittelt in ihrem Fall.

Okay, lesbische Polizistinnen sind schon mal alles andere als klischeefrei und auch Psychologin scheint einer dieser typischen Berufe zu sein (oder bilde ich mir das nur ein? Vielleicht lese ich auch einfach die falschen Bücher 😀 ), aber trotzdem waren mir Aiden und Dawn schnell sympathisch, vor allem Dawn, und so hat mich auch die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen.

So düster und ernst die Geschichte auch beginnt, so locker-leicht unterhaltsam ist sie doch. Ja, was Dawn passiert ist schrecklich und die Autorin geht mit dem Thema Vergewaltigung sehr gut um, schildert auch die Folgen, seelisch, körperlich, beruflich, sozial, in all ihren deprimierenden und traurigen Facetten, aber die Erzählung verliert trotzdem nicht ihre Leichtigkeit, bleibt immer spannend zu lesen, ohne einen runterzuziehen – was nicht heißt, dass sie einem nicht stellenweise unter die Haut geht!

Dazu tragen natürlich auch die Charaktere nicht unerheblich bei, denn die sind – und zwar allesamt, nicht nur Aiden und Dawn – ganz wundervoll dargestellt, sehr greifbar und lebensnah, ihre ganze Art ist sympathisch und zieht einen als Leser in diese Geschichte hinein. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Charaktere und ihre Beziehungen (vor allem natürlich die zwischen den beiden Protagonistinnen) an den Ereignissen der Handlung wachsen und sich weiter entwickeln.

„Auf schmalem Grat“ zeigt einmal mehr, dass Jae eine wirklich gute Autorin ist, die es mit ihren Geschichten immer wieder versteht, die Leser zu fesseln und zu faszinieren. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn hier und da sicherlich noch Luft nach oben ist – aber es gibt ja noch eine Fortsetzung, die ja dann hoffentlich demnächst ebenfalls als deutsche Ausgabe erscheinen wird… Ach, und ein Spin-Off gibt es übrigens auch, „Vorsicht, Sternschnuppe!“, das sollte man aber erst nach dem zweiten Band lesen, da es, wenn auch nur im Nebensatz, das Hauptstoryelement dieses vorweg nimmt 😉

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Auf schmalem Grat von Jae”

    1. Huhu,

      ich freu mich ja immer wie blöde, wenn jemand sich dank meiner Beiträge hier für irgendwelche tollen Bücher begeistern können 😉

      Ich muss ja zugeben, ich bin ein totaler Fan der Autorin und ihrer Geschichten, hach <3 😆

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