Rezension zu Alles nur Kulisse von Ina Steg 

„Alles nur Kulisse“ von Ina Steg ist eins dieser Bücher, bei denen man sich während des Lesens immer und immer wieder fragt „Was soll der Unsinn?!“, die man aber irgendwie trotzdem nicht aus der Hand legen kann.

Liesa, die konsequent vor ihrer Vergangenheit flüchtet und sich deshalb nicht mal auf eine Lieblingseesorte festlegen kann. Ashley hingegen scheint in ihrem Job als erfolgreiche Seriendarstellerin voll und ganz aufzugehen. Als Liesa eine Stelle als Ashleys Assistentin annimmt, stellt das jedoch schnell das Leben beider Frauen auf den Kopf.

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte hier mit einer leichten, seichten Romanze im scheinbaren Glitzer und Glamour des Showbusiness gerechnet, vermutlich angereichert mit einer Portion Selbstfindung. Stattdessen ist „Alles nur Kulisse“ deutlich düsterer, als ich gedacht hatte, geht in eine sehr viel psychologischere Richtung, denn im Endeffekt geht es hier um eine Sekte, wie leicht man sich in dieser verlieren kann und wie schwierig es ist, wieder hinaus zu kommen.

Es ist mir wahnsinnig schwer gefallen, Liesas Handeln nachzuvollziehen, ich konnte einfach nicht verstehen, wie sie mit ihrem zwar völlig ungefestigten, dabei aber auch unabhängigen und selbstständigen (und eigentlich nicht wirklich einsamen) Charakter in diese völlige und absolute Abhängigkeit abrutschen könnte, vor allem wo sie es doch eigentlich von Anfang an besser wusste und wie eine Person wirkte, die ihren Instinkten vertraut. Überhaupt hatte ich relativ große Probleme mit der Charakterisierung, nicht nur Liesas sondern auch Ashleys, denn die erschien mir extrem schwammig und irgendwie auch nicht allzu konstant, wobei Ashley zumindest etwas besser war, allerdings ist sie ja auch nicht die Protagonistin,

Alles in allem war „Alles nur Kulisse“ von Ina Steg ein relativ anstrengendes Buch, einerseits faszinierend, andererseits aber, durch die in meinen Augen eher nicht gelungene Ausführung, auch total frustrierend, ich hatte immer wieder das Gefühl, dass an einigen Stellen einfach etwas fehlte, sei es Hintergrundinformation oder ein Abschnitt der Handlung. Insgesamt ist Ina Stegs Roman dadurch keiner, den ich wirklich weiter empfehlen würde, schade, denn eigentlich hatte ich mich doch sehr auf das Buch gefreut.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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