Rezension zu Ashes: Brennendes Herz von Ilsa J. Bick

ilsa j bick – ashes brennendes herzAdd on GoodReadsIlsa J. Bick – Ashes: Brennendes Herz

Originaltitel: Ashes
Verlag: Egmont Ink
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 502
ISBN: 978-3863960056

[mygenres] Band 1 der Serie „Ashes“

Die siebzehnjährige Alex befindet sich auf einer Wanderung in den Bergen, als plötzlich die Natur um sie herum verrücktspielt und eine Druckwelle sie zu Boden wirft. Was war das? Alex hat keine Ahnung, aber sehr schnell wird klar, dass die Welt, die sie kannte, nicht mehr existiert. Die meisten Städte sind zerstört und die Überlebenden werden zur lauernden Gefahr. Das Einzige, worauf Alex noch zählen kann, ist ihre Liebe zu Tom. Gemeinsam versuchen die beiden, sich durchzuschlagen. Doch dann wird Tom verwundet, und Alex muss ihn schweren Herzens zurücklassen, um sein Leben zu retten. Als sie mit Hilfe zurückkehrt, ist er verschwunden. Eine packende Suche beginnt. Eine Suche nach Antworten, sich selbst und nach der einen ganz großen Liebe. Denn Alex weiß: Tom lebt, und sie wird ihn finden, komme, was wolle.

Buchkritik:

Ganz wichtig anzumerken ist, dass das Buch an sich nicht schlecht ist. Es sollte sich also niemand durch meine negative Rezension davon abgeschreckt fühlen das Buch selbst auszuprobieren. Denn meine Rezension fällt deshalb so schlecht aus, weil ich leider mit den völlig falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen bin. Wieso? Ganz einfach: Ich kannte lediglich Cover, Titel und die offizielle Inhaltsangabe, als ich angefangen habe das Buch zu lesen. Meiner Erwartung nach versteckte sich zwischen den wirklich schön gestalteten Buchdeckeln also eine dystopische Liebesgeschichte á la junges Pärchen er- bzw. überlebt gemeinsam das Ende der Welt und muss sich dann dem Kampf gegen die wiedererwachte Mutter Natur stellen oder etwas in der Art.
Leider kam es dann doch etwas anders als gedacht… Zwei große Punkte gab es, die das Lesen für mich wirklich unangenehm gemacht haben, einen nervtötenden und einen verstörenden.
Der nervtötende Punkt war, dass Tom, Alex‘ anscheinend große Liebe, erst auf Seite 136 von 502 zum ersten Mal in Erscheinung tritt und er und Alex sich vorher noch nie im Leben begegnet sind. Ich persönlich finde es immer wieder nervtötend, wenn in der Inhaltsangabe von Personen die Rede ist, die zwar offensichtlich eine entscheidende Rolle im Buch spielen aber erst spät in Erscheinung treten, weil das ja doch bereits einiges vorweg nimmt. Außerdem, wenn man bedenkt, dass auf den ersten 136 Seiten nicht viel mehr als zwei Tage vergangen sind, frage ich mich an solchen Stellen dann, wie es denn funktionieren soll, dass die beiden sich auf den restlichen 366 Seiten, die bei gleichbleibender Erzählgeschwindigkeit ja gerade einmal etwa 6 Tage umfassen können, nicht nur unsterblich in einander verlieben, sondern danach ja anscheinend dann erst noch der Hauptteil der Geschichte, nämlich dass sie sich voneinander trennen müssen und Alex Tom suchen muss, überhaupt mal anfangen muss.
Was den verstörenden Punkt angeht, ist mir der bereits deutlich früher aufgefallen. Das Buch enthält ziemlich viele, wahnsinnig ausführlich und detailreich beschriebene Ekelszenen, darunter auch diverse Kanibalismusszenen, die meiner Meinung nach absolut nicht das geringste in einem Buch für Leute ab 14 zu suchen haben, sondern mehr FSK-18-Horrorfilm-Kaliber haben. Und ich hasse Horrorfilme über alles. Und auch wenn ich solche Szenen, wenn ich sie lese, besser wegstecken kann, als wenn ich sie sehe, ist mir beim Lesen doch mehrfach einfach nur schlecht geworden. Ja, vielleicht bin ich da etwas überempfindlich, aber ich habe solche Szenen einfach nicht erwartet und war, vor allem auf Grund der irreführenden Inhaltsangabe, nicht auf eine solche Brutalität vorbereitet, weshalb ich das Buch auch nicht zu Ende lesen konnte.
Schade, denn Sprache und Stil der Autorin haben mir eigentlich wirklich gut gefallen und wäre ich etwas besser auf das, was mich da erwartet hat, vorbereitet gewesen, kann ich mir gut vorstellen, dass ich das Buch jetzt ganz anders bewerten würde. Aber leider scheint der für die Inhaltsangabe verantwortliche Verlagsmitarbeiter hier gedacht zu haben, dass ein so irreführender Text dem Buch, gerade im Rahmen der aktuellen YA-Dystopie-Welle, zu höheren Verkaufszahlen verhelfen wird, als es bei einem angebrachteren, realistätsnäheren Text der Fall gewesen wäre. Eine Inhaltsangabe wie diese des englischen Originals wäre hier in meinen Augen besser gewesen:

Es könnte morgen schon passieren…

Ein elektromagnetischer Impuls rast über den Himmel und zerstört jedes elektronische Gerät, legt jedes computerisierte System lahm und tötet Milliarden.
Alex war auf einer Wandertour in den Wäldern, um sich von ihren toten Eltern und ihren persönlichen Dämonen zu verabschieden. Nun verzweifelt versuchend herauszufinden was passiert ist, nachdem der Impuls sie zu Boden geschleudert hat, trifft Alex Tom – einen jungen Soldaten – und Ellie, ein Mädchen, dessen Großvater vom EMP getötet wurde.

Für diese improvisierte Familie und all die anderen, wie verschont wurden, ist nun die alles entscheidende Frage, wem noch vertraut werden kann und wer nicht länger menschlich ist.

Die Autorin Ilsa J. Bick erschafft einen beängstigenden und spannenden Roman über eine Welt, die jeden Augenblick zu unserer werden könnte, in der die, die übrig sind, lernen müssen, was es bedeutet nicht nur zu überleben, sondern inmitten der Zerstörung zu leben.

Natürlich enthält auch diese Inhaltsangabe keine Warnung vor Kanibalusmus oder dergleichen aber sie lässt doch deutlicher die düsteren und brutaleren Aspekte des Buchs erahnen.
Ich werde das Buch mit Sicherheit irgendwann noch einmal versuchen, die Idee finde ich nämlich eigentlich wirklich vielversprechend und auch Sprache und Schreibstil haben mir gut gefallen, nur leider ist dieser erste Versuch jämmerlich gescheitert… Schade.

Fazit:

Für Leute, die wissen worauf sie sich hier einlassen, bestimmt kein schlechtes Buch. Für diejenigen aber, die sich von Cover, Titel und Klappentext etwas vortäuschen lassen, womöglich ein absoluter Reinfall.

Das Cover:

Tja, schön sieht das Cover ja schon aus und auch der Bucheinband, der sich unter dem Schutzumschlag verbirgt, ist wirklich schön gestaltet, nur leider ist das ganze doch etwas irreführend.


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Mit herzlichem Dank an den Egmont Ink Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
egmont ink

1 Stern - Schlecht

Die Autorin

Ilsa J. Bick ist Kinder- und Jugendpsychiaterin, Möchtegernchirurgin und ehemalige Air Force Majorin, widmet sich mittlerweile aber ganz ihrem Autorinnendasein. Am liebsten schreibt sie Jugendbücher und Kurzgeschichten, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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3 Kommentare zu “Rezension zu Ashes: Brennendes Herz von Ilsa J. Bick”

  1. Schade, daß Dir das Buch nicht gefallen hat. Ich finde es immer gut, wenn die Liebe nicht schon auf der ersten Seite auftritt, für mich war die Vorgeschichte wirklich dazugehörend.

    Auch schade, daß Du meine Rezi nicht gelesen hast, denn sie hätte Dich definitiv vorgewarnt vor ekligen Szenen, außer daß ich Kanibalismus nicht aufgeführt habe, weil ich nicht zuviel verraten wollte. Aber ich teile Deine Skepsis mit der Altersangabe. Ich fand auch, dies ist definitiv nicht ab 14 zu empfehlen 🙁 .. ich verstehe das in der heutigen Zeit, wo alles so streng ist, bei vielen Büchern nicht. Ich sag mir dann immer, ich interpretiere das falsch, weil ich keine Kinder habe, bin zu empfindlich in dem Bereich. Daher freue ich mich, daß es andere auch noch so sehen.

    1. Naja, ich werde dem Buch irgendwann noch eine Chance geben… Ich finde es halt schade, dass ich mich durch den Klappentext so hab in die Irre führen lassen. Da ich, bevor ich ein Buch lese, meistens einen großen Bogen um andere Rezis dazu mache (ich schau mir höchstens die Bewertungen an), war ich halt leider gar nicht auf diese Ekelszenen vorbereitet.
      Das mit den Altersangaben ist bei Büchern aber irgendwie häufig so… Liegt wahrscheinlich daran, dass Bücher das Einzige sind, was noch nicht von irgendeiner zentralen Organistation eine Altersempfehlung verpasst kriegt (nicht dass ich finde, dass FSK und USK immer richtig liegen oder dass ich will, dass man sowas für Bücher einführt).
      Bei beidem (passende Klappentexte und passende Altersempfehlungen) sollten die Verlage wohl einfach etwas genauer hinschauen…

  2. Ich muss sagen, as mich das Cover und der Klappentext schon sehr dazu verleiten das Buch zu kaufen. Doch als ich mir die Rezension durchgelesen habe, war ich schon sehr überrascht und hätte so etwas nicht von dem Buch erwartet. Ich glaube ich muss mir wirklich mal eine ruhige Ecke in der Buchhandlung suchen und einige Seiten davon lesen. Vielen Dank für die Rezi.

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