Rezension zu Die Schattensurfer von Hubert Wiest

Ich muss sagen, nachdem ich von dem Anfang dieser Geschichte doch recht schnell gefesselt war, hat Hubert Wiests Roman „Die Schattensurfer“ für mich danach stark nachgelassen.

Dabei fand ich die Idee, die hinter dieser Geschichte steckt, das Konzept von RUHL, vom Anfang bis zum Ende faszinierend. Ich liebe Dystopien/Science Fiction Romane, die glaubhaft aktuelle Trends aufgreifen und weiterspiennen. Das ist hier mit den sozialen Netzwerken á la Facebook geschehen und eigentlich fand ich die Umsetzung des Autors super – leider lag hier aber auch die für mich eine der größten Schwächen des Buchs.

Denn mir wurde einfach nicht genug erklärt. Während die Technik recht ausführlich beschrieben und erklärt wurde – auch wenn es für meinen Geschmack ruhig noch mehr hätte sein können, aber das wäre für die meisten Leser vermutlich nicht zumutbar gewesen -, blieben die Hintergründe von RUHL ziemlich undurchschaubar. Schade, hier hätte ich mir definitiv mehr Informationen zur Funktionsweise von System und Kristallen gewünscht.

Das andere große Problem waren die Charaktere. Denn die fand ich nach einer Weile nicht nur wahnsinnig unglaubwürdig – mit perfekten Überhelden kann ich einfach nichts anfangen -, ich konnte auch einfach nicht mehr mit ihnen mitfiebern. Wenn jemandem alles auf Anhieb gelingt, egal wie schwierig, egal wie viele vorher vielleicht schon daran gescheitert sind, obwohl sie viel bessere Startvoraussetzungen hatten, dann nimmt das einer Handlung die komplette Spannung.

Nicht, dass die Handlung nicht sowieso ihre Schwächen gehabt hätte. Irgendwie taten sich im Verlauf der Geschichte immer mehr Logiklücken auf. Fing das ganze noch recht harmlos mit einer einzigen, kleinen Unstimmigkeit an, war das Ende für mich nur noch ein einziges großes Chaos an nur bedingt logischen Handlungssträngen, die mir doch so ziemlich die Lust auf weitere Begegnungen mit dieser Welt kommen haben.

Trotzdem, so schlimm wie das jetzt klingt war es eigentlich nicht. Es war zwar hauptsächlich die Grundidee, die mich hat weiterlesen lassen, aber das Buch war insgesamt durchaus okay. Es hat zwar einige Schwächen ist aber trotzdem relativ flüssig lesbar – nur begeistern konnte es mich halt im Endeffekt nicht ansatzweise so sehr, wie ich mir das nach dem eigentlich recht vielversprechenden Anfang erhofft hatte. Schade.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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