Rezension zu Die Puppenkönigin: Das Geheimnis eines Sommers von Holly Black

Ich bin ein riesiger Fan von Holly Black und ihren Büchern, seit ich vor Jahren ihre „Elfentochter“ Bücher gelesen habe. Allerdings habe ich bislang nur ihre Jugendbücher gelesen, nie aber „Die Spiderwick Geheimnisse“, die sich ja doch an jüngere Leser richten, als z.B. „Elfentochter“ oder „Weißer Fluch“ und die jeweiligen Fortsetzungen. Da es aber gerade „Die Spiderwick Geheimnisse“ sind, für die die Autorin wohl am bekanntesten ist, war ich dann doch neugierig auch einmal eins ihrer Kinderbücher zu lesen und habe mich dementsprechend auf „Die Puppenkönigin“ gefreut. Und wurde nicht enttäuscht.

„Die Puppenkönigin: Das Geheimnis eines Sommers“ ist ein wahnsinnig tolles Buch, das mich vor allem dadurch begeistert hat, dass die Autorin eine ganz besondere Atmosphäre schafft, durch die die Geschichte gleichzeitig schaurig und niedlich ist. Dabei wird die Geschichte aber weder zuckersüß und kitschig noch zu gruselig, sondern bleibt immer in einem Bereich, in dem sie zwar auch erwachsene Leser anspricht aber eben auch immer kindgerecht und für die eigentliche Zielgruppe geeignet ist.

So ist die Geschichte hinter dem Cover, das ich zwar schön aber weit weniger passend als das Original finde, dann auch dementsprechend zwar gruselig – immerhin geht es um eine Puppe, die aus den sterblichen Überresten eines jungen Mädchens gemacht wurde und nun die drei Freunde Zach, Poppy und Alice heimsucht – aber sie überschreitet nie die Grenze hin zum Alptraumhaften oder Abartigen. Der „Gruselfaktor“ der Geschichte macht dem Ausdruck ’schaurig-schön‘ daher auch alle Ehre ohne wirklich angsteinflößend zu sein. Denn das Buch ist vor allem eins: Spannend.

Das liegt hauptsächlich an dem Freunde-Trio, das hier von Holly Black ins Leben gerufen wird. Die drei sind ganz unterschiedliche Charaktere, jeder mit eigenen Schwächen und Stärken, aber jeder auf seine Art liebenswert und sehr realistisch. Vor allem wirken sie tatsächlich wie zwölf, nicht zu kindlich, aber auch noch nicht zu jugendlich, sondern eben genau richtig und dadurch absolut überzeugend – auf Leser, die selbst in diesem Alter sind wahrscheinlich sogar noch mehr als auf ältere Leser. Dadurch macht es wahnsinnigen Spaß, sich auf die Geschichte der drei einzulassen und mit ihnen in die Welt der besessenen Geisterpuppen einzutauchen.

Auch der Schreibstil der Autorin trägt einiges dazu bei, dass das Buch schnell und spannend zu lesen ist. Er ist leicht verständlich und sehr flüssig zu lesen, und auch hier schafft Holly Black es wieder sich genau auf ihr Zielpublikum einzulassen. Der Schreibstil ist zwar simpel genug, dass auch die 10-Jährigen, an die sich das Buch laut deutschem Verlag richtet, die Handlung ohne Probleme verstehen, aber gleichzeitig auch anspruchsvoll genug, dass diese sich nicht unterforderd fühlen werden bzw. das Buch auch älteren Lesern ein paar spannende und unterhaltsame Stunden bietet.

Alles in allem ist „Die Puppenkönigin: Das Geheimnis eines Sommers“ von Holly Black ein wundervolles Buch, dass mir sehr großen Spaß bereitet hat und das ich allen kleinen und großen Leseratten, die auf schaurig-schöne Leseabenteuer stehen, ans Herz legen möchte.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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