Rezension zu Die Pforte der Schatten von Harry Connolly

Uff… Ich muss ehrlich sagen, ich habe so meine Probleme mit High Fantasy. Es gibt einige wenige Bücher bzw. Reihen, die mir ausgesprochen gut gefallen und ich versuche mich immer wieder sehr gerne an neuen Fundstücken, aber die meiste Zeit weigert sich der Funke einfach überzuspringen. So leider auch hier.

Harry Connollys „Die Pforte der Schatten“ fängt ganz vielversprechend an, die Ausgangssituation hat etwas faszinierendes: Das Reich Peredain verdankt quasi alles den Geschenken und der Großzügigkeit des Abendvolks. Alle 23 Jahre gibt es ein Fest als Dank und eine neue Gabe. Doch dann kommen eines Tages statt der Gesandten des Abendvolks riesige Bestien durch das Portal und das Reich Peredain wird überrannt.

Erzählt wird der Roman aus zwei verschiedenen Perspektiven und bereits auf den ersten Seiten geht das Gemetzel los. Und was für ein Gemetzel es ist! Irgendwie scheint keiner der Charaktere so richtig kompetent zu sein, sie stolpern alle mehr schlecht als recht durch ihre diversen Abenteuer – wobei auch ständig Leute rund um die beiden Protagonisten draufgegangen sind. Dummerweise waren fast alle dieser Eintagsfliegen in meinen Augen sympathischer als die beiden zentralen Charaktere.

Und dazu kam dann noch das Tempo des Romans. Denn der war einfach nur unglaublich langsam und langgezogen. Dass das bei High Fantasy Auftakten nicht gerade selten ist, weiß ich auch, aber normalerweise bekommt man dabei wenigstens ein Gefühl für die Welt und Charaktere. Das hat hier irgendwie nicht so richtig hingehauen, trotz diverser Beschreibungen ist mir die Welt ein relativ großes Rätsel gewesen – wobei das Magiesystem wirklich gut war.

Alles in allem war Harry Connollys „Die Pforte der Schatten“ weder der beste noch der schlechteste High Fantasy Serienauftakt, den ich je gelesen habe. Die Ideen hinter der Geschichte haben mir eigentlich sehr gut gefallen, die Umsetzung hingegen war nicht so meins, aber Potential ist definitiv da und wer weiß, vielleicht lese ich ja sogar den nächsten Teil.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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