Rezension zu Lagunenrauner von Gunnar Kunz

Gunnar Kunz - LagunenraunerLovelyBooks - In dein Regal stellenGunnar Kunz – Lagunenrauner
 
Verlag: Thienemann
Format: Taschenbuch
Seiten: 432
ISBN: 978-3522201711
 
 
[mygenres]  
 
 
 

Das magische Siegel von Venedig

Venedig um 1500: In der Lagunenstadt verschwindet plötzlich alles Wasser und macht einem schwarzen Nebel Platz, der eine tödliche Krankheit mit sich bringt und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Marco, der Sohn eines Glasbläsers, scheint der Einzige zu sein, der Venedig zu retten vermag. Denn er kann mit dem Wasser sprechen und die Lubriche, – die Fischmenschen –, die in den unterirdischen Wasserströmen leben, herbeirufen. Doch Marco verleugnet seine Gabe. Erst als Venedig kurz vor dem Untergang steht, lässt er sich gemeinsam mit seiner besten Freundin, der Maskenmacherin Chiara, darauf ein, die Lubriche um Hilfe zu bitten, ohne zu wissen, ob sie gemeinsam die Kräfte des Bösen besiegen können …

 
 
Meinung:
 
Ein Venedig-Buch! Hach ja… Ich muss direkt dazu sagen, was Geschichten, die in Venedig spielen, angeht, bin ich oftmals etwas voreingenommen. Allerdings bin ich dann oft auch umso enttäuschter, wenn die Geschichte nicht das hält, was sie verspricht – bzw. was ich mir von einer Geschichte mit so einem tollen Handlungsort erwarte. „Lagunenrauner“ hat mich allerdings alles andere als enttäuscht, im Gegenteil, dieses Buch hat mich durchaus noch positiv überraschen können.

Mit „Lagunenrauner“ schafft es Gunnar Kunz seine Leser ins Venedig um 1500 zurück zu versetzen, denn sein wirklich sehr schöner, prosaischer Schreibstil lässt die Geschichte des Jungen Marco schon auf den ersten Seiten lebendig werden, sodass man als Leser ganz wunderbar in die Geschichte eintauchen kann. Normalerweise bin ich nicht unbedingt ein Fan von blumigen Schreibstilen, doch in diesem Fall ergänzt sich dieser Stil hervorragend mit dem historischen Setting der Geschichte und sorgt gemeinsam mit den vielen magischen und phantastischen Elementen für eine sehr authentische und fesselnde Atmosphäre.

Und auch Kunzes Protagonist ist mir schnell ans Herz gewachsen. Gerade durch Marcos Vorgeschichte und seinen daraus resultierenden komplexen Charakter, den der Autor sehr gut und realistisch darzustellen weiß, fiel es mir sehr leicht mit ihm zu sympathisieren und mich in seine Situation hineinzuversetzen. Es gab allerdings einen Charakter, der mir fast noch etwas besser gefallen hat: Leonardo da Vinci. Denn der vertritt hier quasi die langsam aber sicher in Venedig Einzug haltende Wissenschaft, die hier auf die Magie trifft, von der es in Venedig jede Menge gibt, im Offenen wie im Geheimen. Eine sehr interessante Mischung, die der Autor gerade mit seinem so realistisch wirkenden und ziemlich kauzigen da Vinci sehr faszinierend gestaltet hat.

Zu der Geschichte möchte ich hier eigentlich gar nichts sagen, denn mich hat gerade dieser Überraschungseffekt gereizt, der dadurch entsteht, dass der Autor seine Leser immer tiefer in die Welt seines Venedigs entführt und man dabei auf immer mehr magische und fantastische Situationen, Wesen und Charaktere trifft. Nur soviel: Die Geschichte ist wirklich spannend und dem Autor ist es gelungen Abenteuer und Romantik in genau dem richtigen Verhältnis zu mischen und das einzigartige Flair von Venedig in seine Geschichte einfließen zu lassen und durch seine magischen Elemente perfekt zu ergänzen.

Ein Buch, dass ich nicht nur jungen Lesern sondern auch allen anderen Venedig-Fans nur empfehlen kann.
 
 


 
 
Mit herzlichem Dank an den Thienemann Verlag, die so freundlich waren, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
Thienemann
 
 
5 Sterne - Super

 
 
Der Autor
 
Gunnar Kunz wurde 1961 in Wolfenbüttel, Niedersachsen geboren. Nach Abitur und Zivildienst war er 14 Jahre lang an verschiedenen Theatern in Braunschweig, Hamburg, Berlin und Schwedt/Oder beschäftigt, in erster Linie als Regieassistent, aber auch als Regisseur, Inspizient, Dramaturg u. a. Zwischendurch lebte er mehrere Jahre in Schottland. 1997 verließ er das Theater, um künftig als freier Autor für Buch, Bühne, Hörspiel und Lied und gelegentlich als Illustrator und Cartoonist zu arbeiten. Seit 1987 lebt er in Berlin. Mittlerweile hat er über 40 Theaterstücke veröffentlicht, vor allem für Kinder, mehrere Hörspiele und Romane und ein eigenwilliges Reisebuch über Schottland.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Lagunenrauner von Gunnar Kunz”

  1. Du Glückliche konntest das Buch schon lesen… bei mir ist es noch auf der Wunschliste. Wie ist deine Venedigliebe entstanden?

  2. Hm… Ich war vor bald 20 Jahren zum ersten Mal in Venedig und habe mich schon damals, als kleines Kind, Hals über Kopf in diese Stadt verliebt und jedes Mal, wenn ich seitdem wieder da war, hat sich das nur verstärkt. Daher finde ich die Stadt als Setting für Romane einfach toll, gerade für Fantasygeschichten, da Venedig an sich einfach schon etwas magisches an sich hat 😉

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