Rezension zu Das Urteil der Sieben von George R. R. Martin

Wer mit zu großen Erwartungen an dieses Buch geht, wird vermutlich bitterlich enttäuscht sein. Bevor man sich an diese Lektüre macht, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es hier nicht um eine Geschichte geht, bei der allein die einzelnen Bände so umfangreich sind, dass man sie im Deutschen nochmals in jeweils zwei Bücher geteilt hat. Stattdessen enthält der erste Teil der Vorgeschichte zu „Das Lied von Eis und Feuer“ drei einzelne (Kurz)geschichten, die jeweils nur 100 – 150 Seiten umfassen und nicht um den Auftakt eines Epos im Stile der Hauptserie.

Dass da weit weniger Komplexität zu erwarten ist, sollte dann eigentlich jedem klar sein. Bedenkt man dazu noch, dass die Kurzgeschichten offenbar immer zwischen den Hauptromanen geschrieben wurden und jeweils im Abstand von mehreren Jahren erschienen sind und das auch noch in völlig unterschiedlichen Formaten, erklärt auch durchaus, warum die Geschichten jeweils etwas abgehackt wirken – jahrelange Entstehungsprozesse mögen ja für tausend Seiten starke Epen funktionieren aber nicht so sehr für nur ein Zehntel so lange Kurzgeschichten.

Trotzdem, ich hatte Spaß an diesem Buch, auch wenn mir, wie bei den deutschen Ausgaben generell, die Übersetzung teilweise wieder ein wenig auf die Nerven gegangen ist – muss man denn jeden Namen auf Teufel komm raus ins Deutsche übersetzen? Das hat aber nichts daran geändert, dass ich den ersten Teil des Prequels „Der Heckenritter von Westeros“ gar nicht schlecht fand.

Alles in allem kann er in Sachen Komplexität der Erzählung und Eleganz des Schreibstils zwar nicht wirklich mit dem Hauptepos mithalten und man muss das Prequel auch definitiv nicht gelesen haben, um „Das Lied von Eis und Feuer“ zu verstehen, aber es ist ein nettes Leseschmanckerl für Zwischendurch solange man von vornherein seine Erwartungen etwas herunter schraubt.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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