[>1000 Worte] Rezension zu Bran von Flora Grimaldi und Maike Plenzke

Vergangene Woche gab es hier auf dem Blog ja bereits die Rezension zu „Macha“, dem Prequel zum heutigen Comic: „Bran“ von Flora Grimaldi und Maike Plenzke.

Die Vorgeschichte rund um die Heilerin/Gestaltwandlerin Macha konnte mich ja schon voll und ganz überzeugen, dementsprechend hoch waren dann auch meine Erwartungen an „Bran“. Dieses spielt lange Zeit nach „Macha“, ebenfalls auf der Insel Errace, einem ursprünglich paradiesischen Ort, der von allerlei phantastischen Wesen bewohnt wird, mit dem Einzug der Menschen aber plötzlich von Gewalt und Zerstörung heimgesucht wird. Nach einem langen, langen Krieg sind die ursprünglichen Bewohner der Insel in den Verbotenen Wald zurückgedrängt und die Menschen haben nichts außer Verachtung mehr für sie übrig.

Das zeigt sich auch an Bran, Sohn des Königs, der keinerlei Skrupel hat Mütter und Kleinkinder in den Kerker werfen zu lassen, wenn der Verdacht besteht, dass das Kind ein ‚Monsterbaby‘ ist. Und mal eben so den Burgfrieden riskieren und auf der Jagd nach ‚besonderem‘ Wild in den verbotenen Wald eindringen? Das scheint für den rücksichtslosen Prinz überhaupt kein Problem sein, immerhin hat sich die ganze Welt nach seinen Launen zu richten. Dass das nicht gut geht, ist natürlich klar und so findet sich Bran auch plötzlich mit einem Fluch belegt und in einen Raben verwandelt wieder.

Ich muss sagen, ich mochte die Geschichte sehr. Bran ist ein verdammt unsympathischer Kerl, ein nervtötendes Plappermaul und er macht sich ausgesprochen gut als Rabe – und irgendwie auch als Protagonist. Einerseits fand ich ihn – und auch Macha – sehr gut dargestellt und gerade zu Beginn waren ihre Handlungen klar motiviert und einleuchtend. Andererseits war die Länge des Comics auch mein größtes Problem, noch viel stärker als bei „Macha“. Denn zum Ende hin wurde alles immer schneller, zu schnell irgendwann und dann hörte es einfach auf. Für mich war das Ende zu abrupt und zu offen.

Das mag daran liegen, dass man auf 64 Seiten Comic einfach keinen wahnsinnig tiefen Einblick in das Innenleben seiner Figuren bieten kann und mir daher einige Änderungen im Verhalten Bran und Machas zu plötzlich kamen. Ich hatte allerdings auch das Gefühl, dass ein kompletter Teil der Geschichte einfach außer Acht gelassen wurde – als wäre er nur schmückendes Beiwerk gewesen, obwohl er auf mich sehr relevant gewirkt hat. Das hat den Augenblick, als ich das kleine „Ende“ in der unteren rechten Ecke gelesen habe, doch etwas zu einem WTF-Moment gemacht.

Insgesamt fand ich „Bran“ von Flora Grimaldi und Maike Plenzke daher zwar nicht schlecht, aber weit weniger gut als „Macha“. Der Comic war einfach zu kurz, das Ende für mich zu unvollständig. Dafür sind die Zeichnungen aber wirklich großartig und an sich ist ja auch die Geschichte nicht schlecht. Ich hoffe halt nur, dass es noch wenigstens einen weiteren Band geben wird…

Für Fans von…

  • Fantasy-Comics!
  • tollen Farben
  • Magie & Gestaltwandlern

Was andere Blogger sagen:

Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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