[>1000 Worte] Rezension zu Don Quijote von Flix

Mit seinem „Faust: Der Tragödie erster Teil“ konnte mich Flix ja schon voll überzeugen, dementsprechend gespannt war ich dann auch auf seinen „Don Quijote“ – und auch wenn ich „Faust“ insgesamt einen Ticken besser fand, ist auch „Don Quijote“ wirklich großartig.

Erneut hat der Berliner Comickünstler Flix einen Klassiker der Weltliteratur genommen und ihn in die Moderne übertragen. In die Rolle des Windmühlen jagenden spanischen Landadligen schlüpft ein seniler alter Mann, der Ein-Mann-Demos gegen den Windradpark abhält. Rosinante ist sein klappriges altes Rad und der getreue Sancho Panza ist Batman, the Dark Knight, sein Enkel.

Doch während der Enkel den Abenteuern mit Opa mit typischer kindlicher Phantasie begegnet – keinerlei Probleme hat, zwischen der Realität und seiner Rolle als Batman, der auf einem Esel hinter Don Quijote herreitet, hin und her zu switchen – verliert sich der Großvater immer mehr in seinen Hirngespinsten – so sehr, dass letztlich niemand mehr leugnen kann, dass ihm der Alzheimer langsam aber sicher jeden Realitätsbezug raubt.

Wie schon in „Faust: Der Tragödie erster Teil“ greift Flix auch in „Don Quijote“ wieder verschiedenste aktuelle Themen auf und verwebt sie gekonnt mit dem Stoff des Klassikers – die Graphic Novel ist gleichzeitig urkomisch und herzzerreißend tragisch und rundherum einfach sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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