Rezension zu Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht von Fenna Williams

Kenn ihr diese irrsinnigen Momente, in denen ihr aus unerfindlichen Gründen beschließt, dass ihr ein Buch aus einem Genre haben wollt, dass ihr eigentlich gar nicht mögt? Mit geht das manchmal mit Krimis so, so auch im Fall von Fenna Williams „Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht“, das eigentlich nach einem skurrilen Mystery-Krimi klang. Stattdessen war es leider eine ziemliche Enttäuschung, was allerdings weniger mit dem Genre als mit der allgemein schlechten Durchführung zu tun hatte.

Die Probleme fingen schon beim Aufschlagen des Buchs an, denn ganz ehrlich, wenn ein 450-Seiten Roman, der nicht gerade komplexeste High Fantasy oder Historienschinken ist, schon ein vierseitiges Personenregister hat, dann bedeutet das für gewöhnlich nichts Gutes. Und genau so kam es dann auch: Es gibt eine so verwirrend hohe Anzahl von Ermittlern und Verdächtigen, dass ich schnell jeglichen Überblick verloren habe – und von den völlig überflüssigen „tierischen Ermittlern“ will ich gar nicht erst anfangen, ich weiß beim besten Willen nicht, was deren Mehrwert für die Geschichte gewesen sein soll. Was dafür fast völlig gefehlt hat, waren die „toten Zeugen“, die sich in der Inhaltsangabe noch nach einem so vielversprechenden Mystery-Element angehört haben.

Leider konnte Fenna Williams das völlig überladene Personenregister auch nicht mehr mit etwas anderem wettmachen, denn die Handlung selbst geht zwischen den vielen Personen völlig unter und der Schreibstil war leider auch nicht besonders herausragend. Von der vermeintlichen Genialität der Ermittler ist leider denkbar wenig zu sehen, sie scheinen eher Beobachter am Rande zu sein und lösen den Fall mit deutlich mehr Glück als Können. Auch der Humor wirkt häufig sehr erzwungen und die eventuell vorhandene Situationskomik wird so sehr künstlich aufgebauscht, dass sie nicht mehr lustig sind. Und leider schleichen sich hier und da auch einzelne Löcher in der Logik ein – da scheint der Leser nicht der Einzige zu sein, der den Überblick über die Handlung verloren hat.

Schade, aber das war eindeutig nichts! Fenna Williams „Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht“ klingt zwar von der Inhaltsangabe her ziemlich vielversprechend, der Roman selbst hatte aber denkbar wenig damit zu tun und war leider rund herum überladen, unausgereift und generell viel zu konfus, um wirklich Spaß zu machen.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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