Rezension zu Grüne Tomaten von Fannie Flagg

Fannie Flagg erzählt eine wundervolle Geschichte von Liebe, Mut und wie wichtig es ist, sich selbst wertschätzen zu können. Den Rahmen der Handlung bilden die Treffen zwischen der typischen amerikanischen Mittelklasse Hausfrau, die zu sehr darauf fixiert ist es allen anderen, vor allem ihrem Ehemann, in jeder Hinsicht recht zu machen, und ihre Frustration mit Schokolade und anderen Süßigkeiten zu überwinden versucht, und der Mitachtzigerin Ninnie Threadgoode. Treffen sich die beiden zuerst zufällig, während Evelyn ihren Mann zu einem Besuch bei seiner Tante ins Altenheim begleitet, kommt Evelyn bald mit wachsender Begeisterung die alte Mrs. Threadgoode besuchen, denn die Geschichte, die diese ihr erzählt zieht sie ebenso in ihren Bann, wie den Leser.

Ninnie Threadgoodes Erzählung führt die Leser gut 50-60 Jahre zurück, in die Südstaaten der Zwanziger/Dreißiger Jahre zu den beiden jungen Frauen Ruth und Idgie Threadgoode. Die beiden führen das einzige Café in ihrer Heimat Whistle Stop, das Whistle Stop Café und als würden zwei arbeitende Frauen, eine von ihnen konsequent unverheiratet, mit einer viel zu großen Klappe, einem Hang zum Pokern und einem tiefen Hass gegenüber Kleidern, und die andere eine Seele von Mensch, geschieden und nun allein erziehende Mutter, nicht schon Dorn genug in den Augen vieler Amerikaner in diesem vom Ku-Klux-Klan geprägten Landstrich, bedienen die beiden in ihrem Cafe nicht nur ihre weißen Mitbürger, sondern auch die Schwarzen, die in der Stadt leben, gleichermaßen zuvorkommend. Doch trotz der ständigen Bedrohung und offenen Kritik und Feindseeligkeit einiger ihrer Mitmenschen, darunter Ruths Exmann, lassen es sich die beiden nicht nehmen so zu leben und zu handeln, wie es in ihren Augen richtig ist. Und dazu gehört auch die tiefe Liebe für einander, die die beiden Frauen verbindet.

Flaggs Geschichte hat ihren ganz eigenen Charme, sie besticht nicht nur durch die faszinierende Erzählweise, den Aufbau der Geschichte in der Geschichte, sondern vor allem durch ihre herrlichen, lebensechten Charaktere und die feinfühlige Schilderung ihres Innersten. So kommt die Liebesgeschichte zwischen Ruth und Idgie ganz ohne kitschige oder schnulzige Elemente aus, sondern wird ganz zart und poetisch von der Autorin beschrieben.

So ein wunderschönes Buch! Die Verfilmung, die ich schon lange vorher kannte, ist ja schon wunderbar, aber das Buch schlägt den Film noch einmal um Längen. Absolut wunderschön, voller Humor, Liebe und starker Frauen, ist dieses Buch für Leser absolut jeden Alters empfehlenswert.
Also los, meine Lieben, LESEN! 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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4 Kommentare zu “Rezension zu Grüne Tomaten von Fannie Flagg”

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