Rezension zu Armada: Nur du kannst die Erde retten von Ernest Cline

Hmpf… Das war wohl eher nichts. Das größte Problem? Die Geschichte, die Ernest Cline in „Armada: Nur du kannst die Erde retten“ erzählt, ist keine neue. Ganz im Gegenteil, es ist so ziemlich die gleiche Geschichte, die zum Beispiel schon Orson Scott Card in „Enders Spiel“ erzählt hat.

Und es ist ja nicht so, als wäre Ender das erste oder einzige Kind der SciFi-Literatur gewesen, das dank Computerspielen zum Retter der Welt wird. Dieses Konzept ist weithin bekannt und an sich ist es ja auch kein Problem, wenn sich Autoren eines altbewährten Motivs bedienen – wenn sie es denn nur gut genug neuinterpretieren. Und das tut Ernest Cline meiner Meinung nach leider so gar nicht.

Denn der Roman liest sich ein wenig, als hätte der Autor – und dadurch auch sein Protagonist, der Teenager Zack – nie auch nur einen einzigen originellen Gedanken gehabt. Zack, der Ich-Erzähler, spricht quasi nur in Pop-Kultur-Referenzen, vergleicht sich mit Superman und Karate-Kid, sagt aber nie etwas zu seinen eigenen Gefühlen. Alles ist „wie in Film/Comic XY“. Wirklich alles, denn diese Vergleiche gibt es auf quasi jeder Seite und wenn man mit einem davon mal nichts anfangen kann, hat man auch prompt keine Ahnung mehr, wie es um Zack und die Erde steht – denn direkt beschrieben wird es ja nicht.

Ich habe nichts gegen solche Vergleiche und Anspielungen, im Gegenteil, mein kleines Nerdherz schlägt bei so etwas meist höher und fühlt sich direkt mit dem Buch/Charakter verbunden – wenn sich unter all diesen Anspielungen denn ein eigener Charakter finden lässt und daran bin ich hier dann eben gescheitert. Es war einfach zu viel, zu wahllos und nicht genügend in eine individuelle Story eingebettet. Es hat den Roman auf Dauer nur anstrengend zu lesen gemacht und leer wirken lassen.

Alles in allem ist „Armada: Nur du kannst die Erde retten“ von Ernest Cline nicht zwingend ein schlechtes Buch. Die Idee ist halt nicht neu und mir fehlte es an Substanz, aber andererseits sind die vielen nerdigen Anspielungen auch irgendwo cool und unterhaltsam, mir persönlich wurde es nur einfach zu viel. Schade!

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Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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