Rezension zu Taken von Erin Bowman

„Taken“ zu lesen hat wirklich großen Spaß gemacht, doch so 100% zufrieden bin ich mit dem Buch leider nicht. Wieso?
Das lag eigentlich hauptsächlich an einer einzigen Sache: Dem Tempo. Denn das wollte von Anfang an einfach nicht so recht passen. Mal wirkten Szenen unnötig gehetzt und ich hatte das Gefühl, dass eigentlich interessante Fakten einfach übergangen werden, dann wieder ging alles überraschend schnell, teilweise gab es dabei auch verwirrende Sprünge. Dadurch ist es mir ziemlich schwer gefallen, die zeitlichen Verhältnisse der Handlung nachzuvollziehen und auf die Reihe zu bekommen.

Ansonsten hat mir dieser Serienauftakt allerdings doch ziemlich gut gefallen, auch wenn noch eindeutig Luft nach oben drin ist und die Geschichte an einigen Stellen kleinere Macken aufweist.

Gray war mir wirklich sympathisch, auch wenn er alles andere als ein “perfekter” Charakter ist. Aber er hat seine guten Seiten, die an sich sehr realistisch wirken, auch wenn sie hin und wieder etwas überzogen scheinen. Allerdings werden diese guten Seiten ausgeglichen durch Grays nicht ganz so tollen Charakterzüge, was ihn im Endeffekt aber nur runder und realistischer macht.

Weit weniger konnte ich mit Emma anfangen, dem Mädel, das Gray aus Claysoot folgt und für das er quasi alles riskiert. Sie wirkte auf mich weitestgehend nervtötend. Anfangs war sie noch irgendwie süß und wenn auch nicht gerade herausragend, doch weitestgehend sympathisch. Leider hielt das nicht lange an und ihr ganzer Charakter rutschte irgendwie ins negative ab. Mit ordentlich Entwicklung könnte aus ihr den Folgebänden durchaus noch etwas werden, aber zum Ende des ersten Bandes fand ich sie nicht besonders toll.

Sehr viel besser hat mir da Bree gefallen, die ganz nach dem Motto “Harte Schale, weicher Kern” funktioniert. Dabei hat sie allerdings sehr viel mehr Tiefe als Emma und vor allem hat mich ihre Vorgeschichte direkt begeistert. Generell fand ich es sehr angenehm, dass Bowman hier nicht nur alles in patriarchalischen Strukturen verpackt, sondern auch mal eine andere Perspektive einfließen lässt.

Dummerweise gab es ja nicht nur Gray und die beiden Mädels sondern auch noch Blaine, Grays Zwilling, was dazu geführt hat, dass diese Geschichte nicht etwa eine Dreiecksbeziehung enthalten hat sondern eher so etwas wie eine recht ungleichmäßige Vierecksbeziehung, was mich dann doch ein wenig gestört hat.

Alles in allem hat „Taken“ einen Haufen wirklich toller Ansätze, aber leider hapert es doch noch stark bei der Umsetzung. Aber wie gesagt, die Ansätze sind da und mit etwas Weiterentwicklung können die Folgebände wirklich toll werden.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Taken von Erin Bowman”

  1. Taken ist auch auf meinem wunschzettel.
    Auch wenn das Buch wohl noch einige Schwächen aufweist, werde ich es mir noch zulegen und lesen. Vielleicht schafft es der Autor ja in den Folgebänden, sich zu verbessern. Aber die Story interssiert mich von daher… 🙂

    Ist der zweite Band eigentlich schon erschienen, weißt du das zufällig?

    Liebe Grüße,

    michelle

    1. Hey,

      nein, der zweite Band ist noch nicht erschienen.“Frozen“ (so soll er wohl heißen) wird auch voraussichtlich erst irgendwann 2014 auf Englisch entscheiden, bis der auf Deutsch raus kommt, wird also noch ein ganzes Weilchen dauern 🙂

      LG

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