Rezension zu Whisper Island: Sturmwarnung von Elizabeth George

Elizabeth George - Whisper Island: SturmwarnungAdd on GoodReadsElizabeth George – Whisper Island: Sturmwarnung

Originaltitel: The Edge of Nowhere
Verlag: Egmont Ink
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 448
ISBN: 978-3863960018

[mygenres]

Becca King hat eine Gabe, die gleichzeitig ein Fluch ist. Sie kann die Gedanken anderer Menschen hören. Sie umgeben sie wie ein ständiges Rauschen, dem sie nicht entrinnen kann. Jetzt ist Becca auf der Flucht, weil ihr Stiefvater ihre Fähigkeiten skrupellos ausnutzen wollte. Sie hat eine neue Haarfarbe und eine neue Identität. Auf einer geheimnisvollen, abgeschiedenen Insel hofft Becca, Unterschlupf bei einer Freundin ihrer Mutter zu finden. Doch als sie dort ankommt, erfährt sie, dass die Freundin zuvor gestorben ist. Verzweifelt versucht Becca, ihre Mutter zu erreichen ohne Erfolg: Das Handy ist tot…

Meinung:

Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an dieses Buch. Zum einen lag das natürlich erstmal an der Autorin, denn auch wenn ich definitiv keine Krimileserin bin, ist mir der Name „Elizabeth George“ doch ein Begriff. Und zum anderen hat Egmont Ink vor Erscheinen dieses Buchs so eine umfassende und aufwändige Marketingkampange gestartet: Auf der extra dafür eingerichteten Website Finding Becca wurde ein „literarischer Roadtrip“ veranstaltet.
Leider hat mich das Buch dann doch ziemlich enttäuscht. Zwar ist es vom Schreibstil her sehr flüssig geschrieben und gut zu lesen – da merkt man George an, dass sie doch bereits eine gewisse „Routine“ als Autorin besitzt -, aber die Übersetzung ist dann doch eher mangelhaft, denn „Freude“ lasse ich mir bestimmt nicht als gültigen Vornamen verkaufen. Es ist ja schon grenzwertig, wenn in Fantasyromanen Namen wie Zwei und Bleich übersetzt werden, aber aus „Joy“ einfach mal so „Freude“ zu machen? Entschuldigung, aber das geht leider gar nicht!
Ich konnte von Anfang an keine wirklich Bindung zur Geschichte aufbauen und die Handlung hat mich nicht im geringsten berührt, der sprichwörtliche Funke ist einfach nicht übergesprungen. Woran das lag? Daran, dass ich bei diesem Buch das Gefühl hatte, dass es zu 90% aus überflüssigen Passagen bestand. Der Hauptplot selbst ist schon sehr, sehr unrealistisch und Becca für das, was sie erlebt hat, wahnsinnig unbekümmert, und dazu kommt noch, dass es in diesem Buch irgendwie nur so von potentiell guten Handlungssträngen wimmelt, die dann einfach ins Leere verlaufen, sodass viele Passagen schlichtweg überflüssig und sinnlos sind.
Eine wirkliche Spannung kam für mich erst auf den letzten drei, vier Seiten auf, das ist allerdings nichts, was die ganzen Schwächen der vorangegangenen 444 Seiten wettmacht (wobei sich der zweite Teil des Buchs zumindest damit rühmen kann, dass er eine rudimentäre und ansatzweise sinnvolle Storyline aufzuweisen hat).

Fazit:

Ich weiß wirklich nicht, was da schief gelaufen ist, aber für mich war „Whisper Island: Sturmwarnung“ ein echter Reinfall und ich verspüre nicht den geringsten Drang danach mir auch die weiteren Bände zuzulegen, was bei mir ein denkbar schlechtes Zeichen ist…

Das Cover:

Nichts wirklich Besonderes und ich persönlich finde auch die Farbwahl nicht unbedingt ansprechend.

Mit herzlichem Dank an den Egmont Ink Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
Egmont Ink

1 Stern - Schlecht

Die Autorin

Elizabeth George, 1949 in Warren im US-Bundesstaat Ohio geboren, studierte Englisch und arbeitete zunächst als Englischlehrerin. Nebenher erlangte sie zusätzlich einen Abschluss in Psychologie. Mehrere Lehrtätigkeiten in Englisch und Literatur an verschiedenen Universitäten folgten.
1983 schrieb sie innerhalb weniger Wochen ihren ersten Roman „Gott schütze dieses Haus“. Dieser Krimi bildete den Auftakt zu ihrer Serie über den britischen Inspector Thomas Lynley und seine Assistentin Barbara Havers.
Elizabeth George lebt hauptsächlich im sonnigen Kalifornien, besitzt aber eine Wohnung in London und unternimmt zu Recherchezwecken regelmäßig ausgedehnte Reisen durch das Vereinigte Königreich.
Ihre Romane wurden von der BBC unter dem Titel „The Inspector Lynley Mysteries“ mit Nathaniel Parker und Sharon Small in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt. Diese wurden auch in Deutschland ausgestrahlt.
Auf ihren Inspector-Lynley-Roman „Doch die Sünde ist scharlachrot“ aus dem Jahr 2008 folgt 2011 die Veröffentlichung ihres neuesten Werkes „Whisper Island 01″, das gleichzeitig den Auftakt zu einer neuen Reihe bildet.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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9 Kommentare zu “Rezension zu Whisper Island: Sturmwarnung von Elizabeth George”

  1. Gut, du hast mich nun voll und ganz davon überzeugt: ich werde dieses Buch nicht lesen.
    Auch mal schön einen Roman gleich vollkommen von der möglichen Leseliste zu streichen.

    1. Freut mich, dass meine Rezi dir bei der Entscheidung helfen konnte 😉
      Ich hoffe, auf deiner Leseliste stehen noch genug andere, hoffentlich deutlich bessere Bücher 😀

  2. Interessant, dabei klingt die Idee gar nicht so schlecht. Ich würde dir aber trotzdem emfpehlen Elizabeth George noch eine Chance zu geben und Inspector Lynley auszuprobieren. Ich habe mit „This Body of Death“ angefangen, also einem der neueren (dem neuesten?) Roman und fand die Charaktere richtig toll ausgearbeitet und rund, konnte mich richtig hinein vertiefen. Habe dann auch ein früheres Werk probiert, das mir dahingegen etwas flach vorkam, aber eine meiner Streetreaderinnen war ein großer George-Fan, hat mit der Reihe ganz von vorn begonnen und schwört darauf 🙂

    Schade, dass es mit diesem Buch nichts geworden ist …

    1. Naja, ich bin eigentlich (wie oben erwähnt) keine Krimileserin – dafür habe ich ja meine Krimielse – und werde mir daher in absehbarer Zeit wohl keine weiteren Elizabeth George Romane zulegen. „Whisper Island“ hat mich ja auch nur wegen der eigentlich faszinierenden Idee gereizt, die aber halt leider sehr schwach umgesetzt wird… 🙁

  3. Hi,
    hatte das Buch auch vor kurzem angefangen zu lesen. Habe es aber über die ersten 50 Seiten nicht hinaus geschafft, da mich die Story überhaupt nicht gepackt hatte. Fand auch die Wortwahl etwas komisch. Vielleicht werde ich irgendwann dem Buch nochmal eine Chance geben aber ich habe es nicht eilig damit. 🙂
    LG Sonja

  4. Ich mochte die ruhige Spannung, welche mich bis zur letzten Seite begleitet hatte. Besonders gut konnte ich mich in die Charaktere hineinversetzten. Für mich realistisch genug, um auf den zweiten Band zu warten. Interessant wie unterschiedlich man ein Buch wahrnimmt, nicht wahr?

  5. Schade, dass das Buch so schlecht ankommt. Ich habe es selbst nicht gelesen aber schon ganz viele negative oder besser gesagt enttäuschte Meinungen dazu gehört. Dabei hatte ich genau wie du große Erwartungen, denn Finding Becca fand ich total toll. Ob ich es selbst noch lesen werden weiß ich noch nicht.

  6. Hallo,

    ich habe leider auch schon viel nicht so gutes über dieses Buch gehört was echt scchade ist da andere Bücher der Autorin meiner Meinung nach super waren…Schade

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