Rezension zu Ein Häusle in Cornwall von Elisabeth Kabatek

„8000 Jahre sind eine lange Zeit, wenn man ungestört ist. Die Briten nutzten sie gründlich. Mit großem Eifer entwickelten sie sich zu Bekloppten, und weil zwischen ihnen und dem Kontinent eine Menge Wasser lag, hinderte sie niemand daran.“

So steht es im Prolog zu Elisabeth Kabateks „Ein Häusle in Cornwall“ und dieser Auszug bringt die gesamte Geschichte ziemlich gut auf den Punkt. Denn die Erzählung über die erfolgsorientierte Schwäbin Emma Stöckle und den veramrten britischen Landadeligen Sir Nicholas Reginald Fox-Fortescue ist vor allem eins: reichlich bekloppt 😀 Allerdings ist es das auf eine zwar ziemlich schräge, kuriose und klischeebeladene, trotzdem aber immer liebenswerte Art.

So spielt die Autorin hier auf beiden Seiten – seien es Schwaben oder Briten – mit so ziemlich allem, was dieses Thema an Klischees hergibt. Dabei entsteht eine rasante Geschichte voller schräger Figuren, die einen beim Lesen von der ersten Seite an in ihren Bann zieht. Dazu kommt der locker-leichte Schreibstil der Autorin, der sich nicht nur sehr flüssig lesen lässt, sondern auch vor Witz und Humor nur so strotzt, sodass man beim Lesen immer wieder schmunzeln oder auch mal laut lachen muss.

Die Figuren, die Elizabeth Kabatek für diesen Roman geschaffen hat, glänzen vor allem durch das breite Spektrum, das sie abdecken. So ist es nicht unbedingt die Tiefe, die Kabateks Charaktere auszeichnet, sondern viel mehr die Tatsache, dass sie alle so dermaßen unterschiedlich und meist auch herrlich skurril und nicht selten auch recht klischeehaft sind – gerade das macht es aber so spannend an ihrer Seite in diese Geschichte einzutauchen.

Auch die Geschichte ist in ihren Grundzügen zwar durchaus vorhersehbar, es gibt jedoch immer wieder kleine Überraschungen und Highlight. Vor allem aber gibt es hier eben viel zu Lachen, denn Frau Kabatek versteht es einfach eine Fülle von Klischees über Deutsche im Allgemeinen, Schwaben im Besonderen, Briten und Cornwall (Rosamunde Pilcher lässt grüßen!) zu einer wirklich amüsanten Geschichte zu verweben.

Alles in allem ist „Ein Häusle in Cornwall“ zwar durchaus recht vorhersehbar, aber es ist eben hauptsächlich ein wirklich unterhaltsamer Lesespaß, in dem Autorin Elisabeth Kabatek hemmungslos alles und jeden aufs Korn nimmt.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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