Rezension zu Der Schatten des Golem von Éliette Abécassis & Benjamin Lacombe

Wer meinen Blog kennt oder mir auf irgendwelchen Social Media Kanälen folgt, dürfte ja wissen, dass ich ein riesiger Fan des französischen Illustrators Benjamin Lacombe bin. Dementsprechend begeistert war ich auch, als ich „Der Schatten des Golem“, eine Kooperation Lacombes mit der Autorin Éliette Abécassis entdeckt habe. Schon die Inhaltsangabe klang faszinierend – historische Phantastik und dann auch noch illustriert. Wobei ich sagen muss, ich würde das Buch eher als illustrierten Roman denn als Graphic Novel bezeichnen, wie es der Verlag tut. Aber das ist im Endeffekt ja egal, denn egal welchen Stempel man dem Buch aufdrückt, es ist und bleibt zauberhaft.

Die junge Zelmira wächst im Prag des 18. Jahrhunderts unter Alchemisten auf und verbringt als Kind ihre Zeit damit, durch die Stadt zu streifen. Dabei gelangt sie auch ins Judenviertel der Stadt und beobachtet aus einem Versteck heraus, wie Rabbi Löw zum Schutz der verfolgten Gemeinde einen Golem schafft. Zelmira ist fasziniert und kann nicht widerstehen, sich den Golem genauer anzuschauen und kommt so auch in Kontakt mit dessen Erschaffer und einer faszinierenden Welt voller Wissenschaft und Mystik.

Wir gingen vor uns hin, ohne zu wissen, dass diese Nacht anders sein würde als all die anderen und der Anfang der verücktesten, unglaublichsten und furchterregendsten Geschichte, die ich je erlebt habe.

Der Schatten des Golem von Éliette Abécassis & Benjamin Lacombe

Das Faszinierende an dieser Geschichte sind zum einen die historischen Fakten, auf denen sie basiert – dazu gibt es im Anhang einen Glossar, der unter anderem auch eine Aufstellung der tatsächlichen historischen Ereignisse enthält -, und zum anderen die großartige Art, auf die Phantastik und Realismus hier miteinander verwoben werden. Zelmira begegnet nicht nur dem Golem sondern auch den unterschiedlichsten Persönlichkeiten, von ihren Eltern, den Alchemisten, über den Rabbi Löw, den die Juden verfolgenden Kirchenmann Bruder Thaddäus und den Astronom Tycho Brahe bis hin zu Kaiser Rodolf II. und damit auch den unterschiedlichsten philosophischen und wissenschaftlichen Ansätzen.

„Der Schatten des Golem“ von Éliette Abécassis & Benjamin Lacombe ist von der ersten bis zur letzten Seite faszinierend, philosophisch und gleichzeitig düster und lebensbejahend. Die Illustrationen ergänzen die wunderschön geschriebene Geschichte hervorragend und verstärken die phantastische Atmosphäre um ein vielfaches. Von mir gibt es daher volle 6 Sterne und eine ganz, ganz dicke Empfehlung für diese Graphic Novel ❤

Für Fans von…

  • historischer Phantastik
  • düster-phantastischen Geschichten
  • Benjamin Lacombe

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Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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