Rezension zu Alice Browns Gespür für die Liebe von Eleanor Prescott

Eleanor Prescotts Roman „Alice Browns Gespür für die Liebe“ ist einer meiner wenigen Ausflüge ins Romance-Genre, mit dem ich ja sonst nicht allzu viel anfangen kann. Hin und wieder bekomme ich dann aber doch Lust mal etwas anderes als immer nur Fantasy zu lesen und lande dann bei Büchern wie diesem. Und ich muss sagen, dass ich die Geschichte von Alice Brown auch gar nicht so schlecht fand.

Im Zentrum der Geschichte steht eine ganze Reihe von Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten:

Da ist Audrey, die Chefin der Dating-Agentur Table for Two, deren beste Jahre bereits seit geraumer Zeit hinter ihr liegen, die das allerdings nicht einsehen will und sich dabei immer mehr in den Wahnvorstellungen von der perfekten Beziehung verliert.

Ihre Angestellte, die im Titel genannte Alice, ist das Genie hinter dem Erfolg der Dating-Agentur, denn mit ihrem Gespür schafft sie es immer wieder den Leuten auf dem Weg zum Happy End zu helfen – und vergisst dabei ganz und gar ihr eigenes Liebesglück.

Alice’s neuste Klientin, die erfolgreiche PR-Managerin Kate, deren Liebesleben das genaue Gegenteil ihres Berufslebens ist, nämlich quasi nicht vorhanden und die sich von Alice erhofft, dass sie den perfekten Mann für sie findet – völlig ungeachtet der Tatsache, dass sie sich im Laufe der Jahre viel zu sehr in ihren Plan für den perfekten Mann und die perfekte Familie verrannt hat.

Und zu guter Letzt ist da noch Lou, Kates beste Freundin, die eigentlich so gar nicht zu ihr passt, arbeitet sie doch als Barkeeperin in einer eher schäbigen Spelunke und wechselt die Männer schneller als Kate ihre Designerkostüme.

Dazu kommen eine ganze Reihe bester Freundinnen, Arbeitskolleginnen und Erzfeindinnen und natürlich jede Menge Männer aller Arten. Bleibt nur noch hier für jeden Topf den passenden Deckel zu finden. Und genau hier lag auch mein Problem mit dem Buch.

Denn rückblickend zieht sich die Geschichte anfangs doch ziemlich hin, verliert sich stellenweise in den schier endlosen Vorstellungen und Einführungen der verschiedenen Figuren und ihrer Konstellationen und Beziehungen untereinander bevor am Ende alles relativ schnell in Richtung all umfassendes Happy End rutscht. Hier waren die Verhältnisse für mich einfach nicht ausgewogen genug.

Allerdings ist dieser Eindruck tatsächlich erst rückblickend entstanden. So gab es zwar während des Lesens ein oder zwei Stellen, an denen ich mich gefragt habe, wann die Autorin denn endlich mal zum Punkt kommt, im Großen und Ganzen hat mir das Tempo allerdings sehr gut gefallen – nur zum Schluss habe ich mich etwas überrumpelt gefühlt von der schnellen Auflösung aller Probleme, die vorher so detailliert aufgebaut wurden.

Daher gibt es alles in allem zwar nur vier Sterne für Eleanor Prescotts „Alice Browns Gespür für die Liebe“, gleichzeitig jedoch auch eine dicke Empfehlung für alle Fans locker-leichter und humorvoller ChickLit-Romanzen.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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