Rezension zu Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner von Edward Kelsey Moore

Dieses Buch ist schlicht und ergreifend wunder-, wunderschön. Mit „Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner“ hat Autor Edward Kelsey Moore eine zutiefst bewegende und ergreifende Geschichte über Freundschaft und Liebe geschaffen. In deren Zentrum stehen die Supremes, die drei Freundinnen Odette, Clarice und Barbara Jean, die seit vierzig Jahren gemeinsam durch dick und dünn gehen und sich jeden Sonntag in Earl’s All-You-Can-Eat Diner treffen.

Geboren zu Beginn der 50er Jahre sind die drei farbigen Frauen in ihrem Leben mehr als einmal mit Rassismus in Kontakt gekommen, doch im Lauf der Geschichte stehen für die Supremes andere Probleme im Vordergrund. Nicht schlimm genug, dass sie sich, mit Ende 50, im Klimakterium befinden und anfangen über ihr bisheriges Leben zu reflektieren, nein, kaum hat die Erzählung eingesetzt, kommt es auch noch zu zwei Todesfällen, die die Supremes schwer treffen, sowie einem weiteren schweren Schicksalsschlag für das Trio.

Doch zum Glück gibt es da noch die guten Geister, die auch aus dem Jenseits ein Auge auf die drei Frauen haben. Dabei spielen vor allem zwei eine große Rolle: Big Earl, der ehemalige Inhaber des Diners und derjenige, dem das Trio seinen Spitznamen zu verdanken hat, und Odettes Mutter, die ihrer Tochter die Fähigkeit Geister zu sehen vererbt hat und die nun beinahe täglich in Begleitung der stets etwas angeschickerten und längst verstorbenen Präsidentengattin Mrs Roosevelt bei Odette vorbei schaut.

Das alles erzählt Moore auf so unglaublich faszinierende Art, mal ernsthaft und nachdenklich, mal voller Humor, mal erschreckend ruppig und mal mit ganz viel Wärme und Einfühlungsvermögen, aber immer in genau dem richtigen Tonfall. Dabei versetzt er die Geschichte immer wieder mit Rückblenden aus dem Leben der einzelnen Supremes, zeigt dem Leser so, wie die drei Frauen dort gelandet sind, wo sie zum Zeitpunkt der Geschichte stehen, verdeutlicht dem Leser, wieso sie so auf ihr Leben zurückblicken wie sie es gerade tun und wieso sie sich mit eben den Fragen und Selbstzweifeln/-Vorwürfen quälen, die sie gerade bewegen.

„Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner“ hat mich wiederholt zum Lachen gebracht und, zugegeben, auch das eine oder andere Tränchen konnte ich mir nicht verkneifen. Ein wundervolles, stellenweise todtrauriges, Buch voller Energie, das eine unglaubliche und doch so greifbare und real wirkende Geschichte von Freundschaft erzählt und das ich nur jedem Leser wärmstens ans Herz legen kann!

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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