Rezension zu Superhelden: 100 Seiten von Dietmar Dath

Reclams neue Reihe „100 Seiten“ beansprucht für sich auf je 100 Seiten einen schnellen Überblick zu aktuellen Themen zu liefern: Persönlich geschrieben, modern gestaltet und unterhaltsam präsentiert. Der schnelle Überblick ist definitiv gegeben, immerhin sind 100 Seiten (exakt 100, der Text beginnt tatsächlich auf Seite 1 – und nicht auf Seite 5 oder 7 wie normalerweise – und endet auf Seite 100) eines Unterhaltungstexts normalerweise schnell zu lesen. Die Aktualität der Themen ist da schon etwas fragwürdiger, wenn man sich die ersten 10 Bände anschaut, immerhin finden sich da auch welche zu Ötzi, Ovid, der Reformation oder Jane Austen (die Rezension zu letzterem findet ihr hier, *KLICK*, und die zu Ovid folgt die Tage)…

Die Lebensläufe dieser Leute, die es nie gegeben hat, sind Menüs für mich geworden: Ich kenne sie als übermütige Kinder, launische Jugendliche, widersprüchliche Erwachsene oder tapfere Greisinnen und Greise.

Superhelden: 100 Seiten von Dietmar Dath, Seite

Ich hatte oben bereits „normalerweise“ gesagt, im Zusammenhang mit der Lesegeschwindigkeit bei diesen Büchern, richtig? Nun, „Jane Austen: 100 Seiten“ und „Gilmore Girls: 100 Seiten“ waren in der Tat schnell gelesen und haben, abgesehen von Austens Aktualität, so ziemlich alle Kriterien erfüllt, die Reclams neue Reihe für sich beansprucht. Bei Dietmar Daths „Superhelden: 100 Seiten“ sah die Sache etwas anders aus, denn schon auf den ersten Seiten hat sich dieser Text als deutlich zäher herausgestellt. Deutlich, deutlich zäher und meiner Meinung nach zu zäh, um die 100 Seiten mal eben so wegzuschmökern, wie es ja eigentlich geplant war.

Dazu kommt, dass sich erstmal Seiten lang alles nur um Batman und Superman dreht, bzw. allerlei Gedöhns aus deren fiktiven Welten. Die Abschnitte waren also nicht nur relativ anstrengenden zu lesen, sondern für mich auch inhaltlich nicht so wahnsinnig interessant (die einzige DC-Schöpfung, die bisher meine Aufmerksamkeit fesseln konnte, waren die Bombshells). Interessant wurde es dann so ab Seite 30, doch bis dahin war ich von den hochgestochenen Formulierungen schon so genervt, dass sich der Spaß in Grenzen gehalten hat – und bei der Anspielung auf Aristoteles Poetik bekam das Buch endgültig Uni-Lektüren-Charakter.

Sie haben gesiegt. Superheldinnen und Superhelden sind ihrer Comic-Heimat weder entkommen noch entfremdet, aber ihre Ausflüge in andere Kulturgebiete werden immer häufiger und gleichen mehr und mehr Triumphzügen

Superhelden: 100 Seiten von Dietmar Dath, Seite 91

Alles in allem ist Dietmar Daths „Superhelden: 100 Seiten“ eindeutig nicht mein Buch gewesen. Der Autor erzählt hauptsächlich Geschichten seiner Lieblings-Comic-Figuren nach, gibt mehr oder minder interessante Einblicke in das Werken von DC und Marvel und konnte mich damit leider so gar nicht überzeugen – hochgestochenes Geschwafel mit einem meiner Meinung nach recht einseitigen Blick auf Superhelden und Co. Schade, aber das war leider nichts.

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Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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