Rezension zu Verhext von Debora Geary

Debora Geary - VerhextAdd on GoodReadsDebora Geary – Verhext
 
Originaltitel: A Modern Witch
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Seiten: 400
ISBN: 978-3453312708
 
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Verhext“
 
 

Moderne Hexen sind klug, sexy und geheimnisvoll

Die hübsche Lauren ist achtundzwanzig, lebt in Chicago und ist Immobilienmaklerin – und zwar die beste der ganzen Stadt. Auf geradezu magische Weise scheint sie zu erahnen, was ihre Kunden wollen. Doch mit Übersinnlichem hat sie eigentlich nichts am Hut – bis sie beim Surfen im Internet in einen merkwürdigen Chatroom gerät, dessen Mitglieder behaupten, Hexen zu sein. Doch damit nicht genug: Sie sind der Meinung, Lauren sei eine von ihnen! Die ist zunächst skeptisch, doch die Online-Hexen sind sich ihrer Sache sicher und schicken den mehr als gut aussehenden Hexer Jamie nach Chicago, um Lauren zu überzeugen …

 
 
Meinung:
 
„Verhext“ ist eines dieser Bücher, bei denen ich gar nicht genau sagen kann, was mich ursprünglich daran gereizt hat. Es waren jedenfalls weder das Cover noch die Inhaltsangabe, denn beides hat mich nicht wirklich angesprochen und gerade die Inhaltsangabe geht mir eigentlich zu sehr in Richtung eines (kitschigen) Chick Lit Romans.

Trotzdem hat mir irgendetwas an diesem Buch gereizt und nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, war ich wirklich froh darüber. Denn Gearys Schreibstil ist einfach wundervoll. Zwar ist er einfach und flüssig zu lesen, die Autorin schafft aber gleichzeitig mit nur wenigen Worten eine dichte Atmosphäre und dreidimensionale Charaktere.

Und diese kommen hier besonders gut zur Geltung. Denn während ich anhand der Inhaltsangabe vermutet hätte, dass die Geschichte aus Sicht der ‚Neu-Hexe‘ Lauren erzählt wird, beginnt das erste Kapitel erst einmal aus einer ganz anderen Perspektive, bevor Lauren ihren ersten Auftritt hat. Und diese Wechsel ziehen sich durch das gesamte Buch.

Zugegeben, auf den ersten 80 Seiten war es teilweise einfach nur stressig, denn in diesem vergleichsweise kurzen Abschnitt werden neben Lauren fünf weitere Hauptakteure mitsamt eigener Perspektiven eingeführt und bei jeder Figur wird man als Leser direkt mitten in die Geschichte geworfen. Zwar sind alle diese Geschichten eng miteinander verwoben, trotzdem ist es gerade am Anfang, wenn man die Charaktere noch nicht kennt, schwer den Überblick zu behalten, da die Perspektivwechsel leider auch nicht gekennzeichnet sind.

Nach diesen ersten 80 Seiten, wenn man erstmal die Protagonistin und die restlichen Hauptakteure kennen gelernt hat, ist es aber gerade dieser ständige Perspektivwechsel, der Laurens Geschichte eine wahnsinnige Tiefe verpasst, da man sie eben nicht nur aus ihrer, sondern auch aus anderen Perspektiven betrachten kann.

Dadurch und dank der Tatsache, dass die Autorin es geschafft hat jeder ihrer Figuren eine einzigartige Stimme zu verleihen, ziehen einen die Bewohner von „Witch Central“, wie Berkeley, Kalifornien, im Original immer wieder mal genannt wird, schnell in ihren Bann und man taucht ganz in Debora Gearys Geschichte voller Magie ein.

Was mich persönlich ebenfalls sehr positiv überrascht hat, war die Romanze in der Geschichte. Die kommt zwar relativ schnell ins Rollen, aber ganz anders, als ich anhand der Inhaltsangabe vermutet hätte und dadurch auch irgendwie ruhiger und hintergründiger. Zwar spielt die Romanze in diesem Buch eine große Rolle in Laurens Leben, der Fokus der Geschichte liegt aber eindeutig auf ihr und ihren Entwicklungen als Hexe sowie ihren Beziehungen zu den anderen Charakteren.

Die einzige Sache, die mich etwas gestört (und vor allem verwirrt hat), war die Erklärung des Magiesystems, das Geary für ihre Welt erschaffen hat. Die Hexen, die es hier gibt, können ganz verschiedene Kräfte haben: Die gängigsten Kräfte sind dabei die vier verschiedenen Elementarkräfte, es gibt aber auch welche, die Telepathie oder Empathie beherrschen und einige andere seltene Formen. Alle diese Kräfte kennzeichnen sich im Grunde dadurch, dass die Hexen ihre Kräfte aus verschiedenen Quellen ziehen. Mit diesen Kräften können alle Hexen bestimmte kleinere Zauber ausführen, es gibt aber auch welche, die wirklich große Zauber wirken können, zumeist indem sie in einem Hexenkreis die Energien anderer Hexen nutzen. Diese Hexen heißen hier Zauberer und die Hexen, die die Fähigkeit haben die Energien der Hexen in so einem Kreis zu bündeln und an den Zauberer weiterzuleiten heißen Channeler.

Die zweite Bezeichnung ist 1:1 aus dem Original übernommen und war mir auf Anhieb einleuchtend. Große Probleme hatte ich hingegen mit dem Begriff Zauberer, allein weil ich diesen erstmal rein ‚instinktiv‘ einfach nur für das männliche Gegenstück zur Hexe gehalten habe. Es gibt allerdings auch weibliche Zauberer und alle Zauberer, egal ob männlich oder weiblich, sind Hexen. Verwirrend… im Original heißen Hexen mit der Fähigkeit Zauber zu weben ’spellcaster‘, also eigentlich eher Zauberbeschwörer oder etwas in der Richtung.

Hier hat mich die Übersetzung leider etwas aus der Bahn geworfen und ich habe eine ganze Weile gebraucht, um diese Erklärung zu verstehen. Schade, denn ansonsten ist die Übersetzung wirklich toll zu lesen, nur das ist ein wenig unglücklich und störend.

Allerdings habe ich mich trotz dieser einen Holprigkeit voll und ganz in das Buch verliebt und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen 😉 Das hier ist Urban Fantasy ganz nach meinem Geschmack, bunt, abwechslungsreich, magisch und romantisch ohne dass es dabei übermäßig kitschig wird oder es nur um Sex geht. 5 von 5 Sternen für meine Neuentdeckung 2012! Und (auch wenn ich die Serie jetzt auf Englisch weiterlese, weil ich einfach nicht warten will) ich freue mich wahnsinnig auf die Übersetzungen der anderen Bücher von Debora Geary.
 
 


 
 
Mit herzlichem Dank an den Heyne Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
Heyne
 
 
Absolutes Highlight

 
 
Die Autorin
 
Debora Geary wurde am 6. Juli 1970 geboren. Sie arbeitet als Autorin. Ihr Buch „Verhext“ ist das erste Buch der Autorin, welches in Deutschland erscheint. Verlegt wird es von Heyne.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Verhext von Debora Geary”

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