Rezension zu Der Wolkenatlas von David Mitchell

David Mitchell - Der WolkenatlasAdd on GoodReadsDavid Mitchell – Der Wolkenatlas
 
Originaltitel: Cloud Atlas
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seiten: 672
ISBN: 978-3499240362
 
 
[mygenres]  
 
 

Sechs Lebenswege, die sich unmöglich kreuzen können: darunter ein amerikanischer Anwalt, der um 1850 Ozeanien erforscht, ein britischer Komponist, der 1931 vor seinen Gläubigern nach Belgien flieht, und ein koreanischer Klon, der in der Zukunft wegen des Verbrechens angeklagt wird, ein Mensch sein zu wollen. Und dennoch sind diese Geschichten miteinander verwoben. Mitchells originelle Menschheitsgeschichte katapultiert den Leser durch Räume, Zeiten, Genres und Erzählstile und liest sich dabei so leicht und fesselnd wie ein Abenteuerroman.

 
 
Meinung:
 
Dieses Buch ist so dermaßen faszinierend. Ich muss zugeben, ich bin erst durch die Verfilmung, die derzeit im Kino läuft, auf das Buch aufmerksam geworden. Und ich bin wirklich froh, dass ich mir irgendwann einmal angewöhnt habe, nur dann in Literaturverfilmungen gehe, wenn ich das Buch dazu kenne. Denn ansonsten hätte ich „Der Wolkenatlas“ vielleicht niemals gelesen und damit hätte ich definitiv etwas verpasst.

„Der Wolkenatlas“ ist einer der besten Romane, die ich jemals gelesen habe. Was dieses Buch so faszinierend und gleichzeitig wirklich anspruchsvoll zu lesen macht? Die sechs verschiedenen Lebensgeschichten und Schicksale in sechs verschiedenen Epochen, die alle irgendwie miteinander in Zusammenhang stehen. Und jede dieser sechs Geschichten hat ihren ganz einzigartigen Schreibstil.

Das war es auch, was mich am meisten an diesem Buch fasziniert hat, denn es ist dem Autor auf wirklich unglaubliche Weise gelungen diese sechs gänzlich unterschiedlichen Schreibstile konstant durchzuhalten und konstant durchzuziehen. Jeder Schreibstil ist wirklich ganz eigen und passt perfekt in den jeweiligen Handlungstrang. Sehr schön finde ich auch, dass dieser Schreibstilwechsel in der Übersetzung eindeutig erhalten bleibt und nichts davon verloren geht.

Auch die Art der einzelnen Erzählungen ist ganz unterschiedlich: Da gibt es das Expeditionstagebuch von Adam Ewing, der im 18. Jahrhundert Teil einer Expedition zu den Galapagosinseln ist. Die Schreiben des Komponisten Robert Frobisher, der 1931 vor seinen Schuldnern flieht und dabei im Briefwechsel mit dem Physiker Rufus Sixsmith steht. Die junge Journalistin Luisa Rey, die Jahrzehnte später im Aufzug stecken bleibt und mit dem Atomphysiker Rufus Sixsmith die Story ihres Lebens entdeckt. Der etwas schrullige Verleger Timothy Cavendish, der wider Willen im Altersheim landet und verzweifelt gegen seine Entmündigung kämpft. Die geradezu schrecklich realistische Zukunftsvision, in der eine gennormierte Duplikantin nichts lieber sein möchte als ein Mensch. Und die noch erschreckendere postapokaliptische Geschichte des Inselbewohners Zachry, der in einer Zeit lebt, in der unsere heutige Welt schon längst untergegangen ist.

Und auch der Aufbau des Buchs ist… ebenso ungewöhnlich wie grandios. Die ersten fünf Geschichten werden in chronologischer Reihenfolge jeweils etwa bis zur Hälfte erzählt. Dann folgt die komplette postapokalyptische Geschichte und damit der Wendepunkt in allen Geschichten, die anschließend in umgekehrter Reihenfolge zu Ende erzählt werden. Klingt verwirrend, mag es für manche Leser auch sein, ist in meinen Augen aber gerade in Kombination mit den verschiedenen Erzählweisen und Schreibstilen einfach genial.

Für mich definitiv eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe und ich kann es nur jedem ans Herz legen „Der Wolkenatlas“ zu lesen.Hinter jedem einzelnen Satz in diesem Buch steckt so viel Wahrheit und soviel hintergründige Bedeutung, dass „Der Wolkenatlas“ definitiv ein Buch ist, das man mehr als nur einmal lesen kann. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass auch der Film so gelungen ist 😉
 
 

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Absolutes Highlight

 
 
Der Autor
 
David Mitchell wurde 1969 in Southport, Lancaster, geboren, studierte Literatur an der University of Kent, promovierte in Komparatistik, lebte in Sizilien, Japan und Irland. Er gehört zu jenen polyglotten jungen britischen Autoren, deren Thema nichts weniger als die Welt ist. Für sein Werk wurde er u.a. mit dem Llewelyn Rhys Prize ausgezeichnet, zweimal stand er auf der Booker Shortlist. Sein Weltbestseller „Wolkenatlas“ wurde von Tom Tykwer und den Wachowski-Geschistern verfilmt.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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