Rezension zu Sternenstaub und Sonnenküsse von Darien Gee

Nach „Je süßer das Leben“ habe ich mich wahnsinnig auf Darien Gees neuen Roman „Sternenstaub und Sonnenküsse“ gefreut. Allerdings konnte mich dieser zweite Roman über die Bewohner der beschaulichen Kleinstadt Avalon, Illinoise, nicht ganz so sehr begeistern wie Gees Debüt.

Aufgebaut ist „Sternenstaub und Sonnenküsse“ nach dem gleichen Konzept wie „Je süßer das Leben“: War es im ersten Roman noch Freundschaftsbrot, das Menschen zusammengebracht und schließlich in einer gemeinsamen großartigen guten Tat vereint hat, ist es hier das Schaffen von „Erinnerungsbüchlein“ – Scrapbooking. Vielleicht war genau das mein Problem. Denn während der Aufbau an sich gleich war, war der Fluss der Geschichte und ihr Spannungsbogen ein ganz anderer und da ich mir einfach nicht helfen konnte und die Bücher immer wieder miteinander verglichen habe, kam „Sternenstaub und Sonnenküsse“ dabei eben leider doch etwas schlechter weg.

Nicht ganz unschuldig waren auch die ganzen Figuren, die hier auftauchen. Wie „Je süßer das Leben“ erzählt Gee diese Geschichte auch wieder aus vielen wechselnden Perspektiven. Viele davon sind konstant, tauchen immer wieder auf und erzählen eine gemeinsame Geschichte – Andere wiederum sind nur einmalige Momentaufnahmen. Zusammen ergibt das eine sehr, sehr große Fülle an verschiedenen Erzählsträngen – immerhin gibt es ganze sechs Haupthandlungsträger – und gerade diese einzelnen, einmaligen Auftritte einiger Figuren haben mich zu Beginn der Geschichte immer wieder aus dem Konzept gebracht.

Trotzdem ist „Sternenstaub und Sonnenküsse“ ein wirklich schönes Buch. Das liegt vor allem an den Charakteren. Neben vielen bekannten Gesichtern aus „Je süßer das Leben“ – Madeleines Teesalon ist auch hier wieder in zentraler Treffpunkt – gibt es auch eine ganze Reihe neuer Figuren. Sie alle glänzen vor allem dadurch, dass sie so ganz alltäglich sind, absolut menschlich und mit Problemen, mit denen man sich immer irgendwie identifizieren kann. Die von Gee geschaffenen Figuren wachsen einem ans Herz und das macht den Zauber der Geschichte aus.

An dieser Stelle übrigens noch ein Wort zu dieser wieder einmal ach so gelungenen Inhaltsangabe: Ja, es gibt eine Gruppe von Frauen, die sich regelmäßig trifft und unter Leitung von Bettie Sharp diese Errinnerungsbüchlein bastet – Aber keine der übrigen fünf Hauptakteurinnen ist Teil dieser Gruppe. Die meisten kennen sich noch nicht einmal oder nur flüchtig. Erst im Laufe der Erzählung wachsen ihre Geschichten und Leben zusammen und das nicht zuletzt dank Bettie und ihrer Scrapbooks.

Alles in allem ist „Sternenstaub und Sonnenküsse“ von Darien Gee ein wunderschönes und gefühlvolles Buch, auch wenn es meiner Meinung nach nicht ganz an ihren Debütroman heranreichen kann. Da die beiden Romane übrigens Teil einer Serie sind – wenn auch einer recht losen, jede Geschichte ist in sich abgeschlossen – empfiehlt es sich zuerst „Je süßer das Leben“ und anschließend „Sternenstaub und Sonnenküsse“ zu lesen, einfach um die Vorgeschichte einiger Figuren besser nachvollziehen zu können.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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