Rezension zu Harpyienblut von Daniela Ohms

Daniela Ohms - HarpyienblutLovelyBooks - In dein Regal stellenDaniela Ohms – Harpyienblut
 
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 448
ISBN: 978-3862651375
 
 
[mygenres]  
 
 
 

Anders als normale Teenager verbirgt Lucie ihren Körper nicht aus Scham, sondern weil sie Angst hat, dass es sie ihr Leben kostet, wenn jemand von ihrem Geheimnis erfährt: Die 18-Jährige besitzt Flügel, die aussehen wie die eines Raubvogels und deren Flughunger sie kaum stillen kann.

Was für ein Wesen Lucie ist, hat sie selbst bisher nicht herausfinden können. Aber der finstere Sergej weiß mehr. Und auch der unheimliche Junge mit den Schmetterlingsflügeln, der sie nachts beobachtet, kennt Lucies wahre Bestimmung: Sie soll die Seelen toter Kinder abholen und durchs Jenseits begleiten.
Als Lucie schließlich gezwungen ist, sich ihrer grausigen Aufgabe zu stellen, muss sie befürchten, ihre menschliche Seite zu verlieren …

Daniela Ohms’ berührendes Fantasy-Debüt erzählt von einem Mädchen, das dem Schrecken des Sterbens begegnet und dabei eine Liebe findet, die den Tod längst überwunden hat.

 
 
Meinung:
 
Mythologie trifft moderne Welt – immer eine Ausgangssituation, die mich neugierig darauf macht, was sich wohl hinter dem in diesem Fall so schick gestalteten Buchdeckel verbirgt. Und auch wenn ich immer noch etwas zwiegespalten bin, ist „Harpyienblut“ von Daniela Ohms eigentlich ein ziemlich gutes Buch.

Die ganze Geschichte beginnt mit einem Harpyienei, von der Mutter zurückgelassen, um von Menschen gefunden zu werden. Und so wächst Lucie zu einem ganz normalen Teenager heran – sieht man mal davon ab, dass die 18-Jährige ein Geheimnis hat, das sie vor allen Menschen verbergen muss: Ihre Flügel. Dabei weiß Lucie selbst nicht wo sie her kommt oder wer bzw. was sie ist – sie weiß nur, dass sie anders ist und dass sie anfängt sich zu verändern.

Die Idee mit den Harpyien hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Ich finde Bücher, die mythologische Elemente mit moderner Fantasy verbinden ja wie schon gesagt eh immer wahnsinnig interessant und Harpyien sind nicht unbedingt ein häufig verwendetes Thema. Da die Autorin es aber sehr gut umzusetzen vermag, war ich sofort Feuer und Flamme.

Im Laufe der Geschichte entdeckt der Leser an Lucies Seite immer mehr Facetten der von Ohms entworfenen Welt, in der sich die mythologischen Elemente nahtlos in die „realen“ Teile einfügen. Unterstützt wird das ganze vor allem durch den Schreibstil der Autorin, der sehr bildhaft, sehr atmosphärisch und, zugegebenermaßen, auch sehr düster ist. Das passt hervorragend zur Geschichte, denn das gesamte Thema ist zwar stimmungsvoll aber düster und teils auch melancholisch.

Mein einziges Problem, das mich auch so zwiegespalten zurück lässt, waren die Charaktere. Denn zu denen habe ich einfach keine Verbindung aufbauen können, sie waren mir immer seltsam fern und auch wenn sie an sich eigentlich alle sehr interessant, absolut individuell und ziemlich lebensnah waren, hat es einfach bei keinem von ihnen klick gemacht. Damit hatte ich dann stellenweise doch etwas zu kämpfen, denn das macht es auf Dauer etwas schwierig den eigentlich recht emotionalen Handlungen zu folgen.

Alles in allem hat mir „Harpyienblut“ aber eigentlich doch ziemlich gut gefallen, denn Daniela Ohms versteht es wirklich gut die mythologischen Facetten ihrer Welt so darzustellen, dass man sie fast selbst glaubt. Für Fans von moderner Fantasy mit mythologischen Elementen daher definitiv eine Empfehlung wert.
 
 


 
 
4 Sterne - Sehr gut
 
 

 
 
Die Autorin
 
Daniela Ohms wurde 1978 in Nordrhein-Westfalen geboren, wo sie auf einem Bauernhof aufwuchs. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin-Kreuzberg.

Wenngleich ihre wahre Leidenschaft seit jeher der Urban Fantasy gilt, ergatterte sie 2010 den zweiten Platz des Agatha-Christie-Krimi­preises. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin arbeitet sie als Lektorin in einer Literaturagentur.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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