Rezension zu Taberna Libraria: Die Magische Schriftrolle von Dana S. Eliott

Was für ein absolut kurioses und grandioses Buch.

Erzählt wird die Geschichte der beiden ziemlich unterschiedlichen Freundinnen Silvana und Corrie, beides Buchhändlerinnen, die sich eigentlich nur einen lang gehegten Traum erfüllen wollen: Mit 25 ihren eigenen Buchladen haben. Fabelwesen und Dämonen, geheime Portale im Keller und gefährliche magische Bücher standen für die zwei jungen Frauen dabei eigentlich nicht mit im Plan. Und dass sie diese Dinge ausgerechnet in dem abgeschiedenen britischen Örtchen Woodmoore finden würden, das hätten sie auch nicht gedacht – schon allein, weil solche Dinge ja nicht einmal real sind, oder?

Das Autorenduo Sandra Dageroth und Diana Kruhl, das sich hinter dem Pseudonym Dana S. Eliott verbirgt, entführt den Leser schnell in eine Welt, in der es vor phantastischen Gestalten nur so wimmelt. Dabei gibt es viel Altbekanntes aus Mythologie und Märchen, aber auch die einen oder anderen ganz neuen Wesen und generell einfach jede Menge zu entdecken.

Dabei ist es natürlich hilfreich, dass die beiden Protagonistinnen wirklich sympathisch sind. Mir zumindest ist es sehr leicht gefallen mich schnell in ihre Situation hineinzuversetzen und dadurch, dass die beiden doch recht unterschiedliche Charaktere haben, ist es auch nicht schwer sich selbst irgendwo in ihnen wiederzufinden.

Selbst die Romantik in diesem Buch hat mir gefallen. Dabei muss man aber sagen, dass sich die Autorinnen auch wirklich sehr, sehr viel Zeit mit der Entwicklung ihrer Liebesgeschichten lassen bzw. es teils auch gar nicht zu dem Punkt kommt, an dem man wirklich schon von einer Liebesgeschichte sprechen könnte. Aber gerade diese sehr langsame, und dadurch auch deutlich realistischere, Entwicklung hat mir gut gefallen und ist endlich einmal eine willkommene Abwechslung zu dieser ständigen Instant-Liebe.

Die Story selbst ist übrigens noch verbesserungswürdig. Sie ist gut und interessant und alleine dadurch, dass es um magische Bücher geht in meinen Augen auch schon spannend, allerdings ist sie doch recht gradlinig und für den Leser nicht wirklich überraschend. Hier wären ein paar mehr unerwartete Wendungen und Entdeckungen nicht schlecht gewesen.

Auch der Zeitfluss ist hier noch nicht optimal. Während sich die Autorinnen für die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Figuren wirklich Zeit genommen haben, geht es im Hinblick auf das eigentliche Abenteuer teilweise einfach zu reibungslos und zu schnell. Ich muss dabei allerdings auch zugeben, dass mir das weitestgehend rückblickend nach dem Lesen aufgefallen ist.

Alles in allem hat „Taberna Libraria: Die Magische Schriftrolle“ zwar definitiv noch Verbesserungspotential, das ändert aber nichts daran, dass mich das Buch während des Lesens vollauf begeistert hat und auch rückblickend muss ich sagen, dass es mir einfach wirklich, wirklich gut gefallen hat, Schwächen hin oder her. Daher eine dicke Empfehlung an alle Fans abenteuerlicher und humorvoller deutscher Fantasy.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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