Rezension zu Bluescreen von Dan Wells

Uff… Also Dan Wells Partials Reihe fand ich ja wirklich überraschend gut. Und auch „Bluescreen“ klang von der Inhaltsangabe her alles andere als uninteressant. Genau genommen klang der Roman sogar nach etwas, das mir ausgesprochen gut gefallen könnte, also habe ich mich auch mit großer Freude ans Lesen gemacht, kaum dass ich es in Händen hatte.

Dummerweise konnte mich „Bluescreen“ von Dan Wells nun so wirklich gar nicht überzeugen. Das fängt damit an, dass ich das Setting nicht glaubhaft fand – kann sich eine Stadt in 34 Jahren wirklich so sehr verändern, wie es hier mit L.A. der Fall zu sein scheint? Denn mir scheinen die Veränderungen, die strukturellen Veränderungen, die Wells seinen Handlungsort durchmachen lässt, für die kurze Zeit doch sehr extrem zu sein. Aber vielleicht ist Los Angeles ja auch einfach heute schon ganz anders als ich dachte?

Außerdem fand ich die Charaktere, allen voran natürlich die Protagonistin Marisa, ebenso wenig glaubhaft. Marisa wirkte wie ein ziemliches Klischee, richtig sympathisch ist sie mir das ganze Buch über nicht geworden. Nicht, dass mir die Charaktere wirklich unsympathisch waren, aber sie waren mir einfach egal. Und wenn einem die Charaktere egal sind, dann ist es auch relativ schwierig die Geschichte tatsächlich spannend zu finden.

Dabei war die an sich nicht schlecht geschrieben sondern ausgesprochen gut zu lesen und auch die Idee ist, wie schon gesagt, wirklich gut, wenn auch absolut beängstigend – wobei gerade das vermutlich das ist, was sie so gut gemacht hat. Aber ohne interessante Charaktere kann die Idee noch so gut sein, spannend wird die Geschichte trotzdem nicht. Und auch die Handlung konnte mich so einfach nicht überzeugen.

Alles in allem ist „Bluescreen“ von Dan Wells ein Buch, das zwar mit einer guten Idee und einem angenehmen Schreibstil daherkommt, sonst aber herzlich wenig überzeugen kann. Mich haben die Charaktere nicht interessiert und daher hat mich auch die Geschichte selbst ziemlich kalt gelassen. Schade, hier hatte ich mir definitiv mehr erhofft!

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Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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