Rezension zu Jake Djones in der Arena des Todes von Damian Dibben

Nachdem Jake Djones im ersten Band erstmals von den Hütern der Zeit erfahren hat und dabei direkt in sein erstes Zeitreiseabenteuer geraten ist, geht es in Damian Dibbens zweitem Roman „Jake Djones in der Arena des Todes“ direkt abenteuerlich weiter. Dummerweise hatte ich an einigen Ecken immer wieder das Gefühl, dass einige Dinge einfach zu überzogen oder zu unrealistisch dargestellt wurden, weshalb mich dieser zweite Teil nicht so sehr begeistern konnte wie es bei „Jake Djones und die Hüter der Zeit“ noch der Fall war.

Mein größstes Problem war dabei der Protagonist selbst. Jake ist natürlich nach wie vor unerfahren und neu in seinem Job als Zeitagent, das ist keine Frage. Das ihm daher dann auch immer wieder mal Missgeschicke passieren, die einem erfahrerenen Agenten so wahrscheinlich nicht unterlaufen wären, ist auch nicht weiter erstaunlich. Nur hat mir dieses Buch den Eindruck vermittelt, dass Jake absolut unfähig ist aus seinen Fehlern zu lernen. Denn statt irgendwann einmal zu begreifen, dass es helfen könnte erst zu denken und dann zu handeln, stellt er ständig irgendwelchen unnötigen Unsinn an und bringt sich und seine Begleiter damit in völlig vermeidbare Schwierigkeiten.

Besagte Schwierigkeiten sind auch direkt der zweite Punkt, der mich an diesem Buch immer wieder irritiert hat. Nicht nur, dass sie eben weitestgehend vermeidbar gewesen wären und daher recht unnötig sind und nur als künstliches Mittel zum Erhalt der Spannung dienen zu scheinen, nein, es fällt den vier jugendlichen Agenten auch immer unglaublich einfach sich aus jedem Schlamassel zu befreien. Diese Leichtigkeit, mit der sie quasi ganze Armeen besiegen, wirkt auf dauer überzogen und unrealistisch und ist leider einfach nicht mein Fall.

Ähnlich unrealistisch ist auch die Tatsache, dass hier Kinder auf lebensgefährliche Reisen geschickt werden. Wobei es eigentlich nicht diese Tatsache an sich ist, sondern viel mehr die Art, auf die der Autor hier im Laufe seiner Erzählung die Erwachsenen quasi „ausschaltet“. Das hätte man sicherlich eleganter und überzeugender regeln können, so wirkt das ganze erzwungen und hat einen seltsamen Beigeschmack.

Auch mein Problem mit den überzogenen Gedanken und Handlungen der männlichen Teenager in Gegenwart ihrer weiblichen Mitagenten oder anderer Mädchen, das ich ja zu Beginn des ersten Bandes schon einmal hatte, taucht hier leider wieder verstärkt auf und was vermutlich romantisch wirken soll, wirkte auf mich weitestgehend lächerlich und gekünstelt.

So schlecht das jetzt auch klingt, eigentlich ist „Jake Djones in der Arena des Todes“ kein schlechtes Buch, es konnte für mich nur beim besten Willen nicht mit dem ersten Band mithalten. Trotzdem lässt sich die Geschichte leicht und flüssig lesen und sie hat auch eine gewisse Grundspannung, die für mich zwar durch die ganzen vermeidbaren Schlamassel etwas gedämpft wurde, aber dennoch da ist.

Alles in allem ist „Jake Djones in der Arena des Todes“ von Damian Dibben ein spannedes Buch, das gerade jüngere Leser bestimmt begeistern kann, auch wenn dieser zweite Teil in meinen Augen nicht mit Teil eins der Serie mithalten kann. Aber es gibt ja immer noch Hoffnung für Folgebände 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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