Rezension zu Die Prinzen von CS Pacat

Ein pädophiler Regent, ein gefallener Kronprinz, ein Prinz mit Stockholm-Syndrom und einer mit ausgeprägter sadistischer Ader. Dazu eine Welt, die irgendwie an eine pervertierte Version des antiken Griechenlands erinnert (wobei Vere auch irgendwie etwas Französisches hatte) und Krieg, Verrat und Sex, Sex, Sex.

Akielos und Vere sind zwei seit Generationen verfeindete Länder. Die Akieler halten ihre Nachbarn für verweichlicht und verschwenderisch, diese sehen sie im Gegenzug als ungehobelte Barbaren. In Akielos gehören Sklaven zum Alltag – unterwürfige Menschen, dazu erzogen, völlig unselbstständig zu sein und sich voll und ganz auf ihre dominanten Besitzer zu verlassen und diesen zu dienen, vor allem auch in sexueller Hinsicht. In Vere gibt es keine Sklaven, dafür eine Kultur, in der Günstlinge und Gespielinnen aus dem Leben des Adels nicht wegzudenken sind – genau wie öffentliche sexuelle Darbietungen.

Als Damianos, der Kronprinz von Akielos, von seinem Halbbruder verraten und um den Thron gebracht wird, denkt er, schlimmer könnte es kaum kommen. Kommt es aber natürlich doch und so findet er sich plötzlich als Sklave in der Hauptstadt Veres wieder – ein Geschenk an den dortigen Kronprinzen Laurent. Den Prinzen, der nur deshalb Kronprinz ist, weil Damianos einige Jahre zuvor dessen älteren Bruder auf dem Schlachtfeld getötet hat. Natürlich hassen sich die beiden Prinzen abgrundtief, stehen sie doch jeweils für alles, was der andere an ihrem Königreich verachtet und doch… und doch scheint mehr dahinter zu stecken.

Der Märchenprinz entfaltete seine ganze Wirkung erst auf sechzig Schritte Entfernung – dann war man weit genug weg, um von seinem charmanten Wesen nichts mitzubekommen.

Die Prinzen von CS Pacat, Seite 368

Und hier wird der Roman – der ja eigentlich drei Romane in einem, also eine vollständige Trilogie, ist – problematisch. Also irgendwo auf Seite 10 oder so. Für Damen ist Sklaverei völlig okay. Klar, selbst möchte er natürlich dann doch bitte kein Sexskalve sein, aber schließlich ist er ja auch eher der dominante Typ und damit nicht wirklich Sklavenmaterial. Aber für Leute, die eh keinen so starken Charakter haben? Ach, ist doch super! Als Sklave in Akielos ist man dann bestens aufgehoben, hier wird sich um einen gekümmert, man brauch sich keinerlei eigene Gedanken zu machen, nur Befehlen gehorchen und dienen während man dezent im Hintergrund verschwindet.

Sorry, aber Sklaverei ist auch dann nicht sexy, wenn die Sklaven in Luxus leben, wie es in Akielos wohl üblich ist. Genauso ist der Umgang mit (erzwungenem) Sex in diesem Roman nicht okay. Alle paar Seiten wird irgendwo ein Akt der Vergewaltigung mehr oder minder offensichtlich verherrlicht und romantisiert. So ist auch die erste „romantische“ Szene zwischen Damen und Laurent schlicht und ergreifend eine Vergewaltigung, da Damen niemals seine Zustimmung gibt, als er vor den Augen Laurents und einiger anderer Adeliger einen Blowjob bekommt.

Überhaupt fällt es einem irgendwie schwer, zu verstehen, wieso Damen sich plötzlich doch so zu Laurent hingezogen fühlt, denn der ist ein sadistisches Miststück. Dass es Gründe dafür gibt, an denen sein Onkel, der aktuell noch Regent Veres ist und sich quasi tagtäglich psychische Machtspielchen mit seinem Neffen liefert, alles andere als unschuldig ist, ändert nichts daran, dass Laurent sich Damen gegenüber eigentlich nur eiskalt kalkulierend und grausam verhält. Ob Damen da wohl einen Fall von Stockholm-Syndrom entwickelt? Oder kann er wirklich von Anfang an Laurents Charakter durchschauen? Letzteres kann es kaum sein…

»Bist du etwa schüchtern?« »In Akielos tun wir es nicht … vor anderen Leuten« […] »Du bist sogar nackt in den Ring gestiegen!« »Das war Sport«

Die Prinzen von CS Pacat, Seite 740f

Und trotzdem… Obwohl ich die ersten 100-200 Seiten teils übelkeitserregend schlecht fand, ich habe das Buch nicht abgebrochen, sondern weitergelesen – und das Buch an einem Tag beendet, denn es ist erstaunlich gut geschrieben und ab dem Punkt, an dem sich tatsächlich mal ein Plot bemerkbar macht, auch ausgesprochen fesselnd. Wäre da nicht diese völlig hirnrissige Romanze zwischen Sexsklave und Sklavenbesitzer und die Verherrlichung von Sklaverei und Vergewaltigung und würde das nicht alles im Laufe der Handlung so unglaublich dämlich von den Protagonisten gerechtfertigt werden…

Ich wage es kaum zu sagen, aber als Fantasyroman konnte mich dieses unsägliche Buch tatsächlich begeistern. Leider hat mich jeder Aspekt der Romanze (abgesehen davon, dass es eine gleichgeschlechtliche ist) auf unterschiedliche Arten entsetzt und genervt. „Die Prinzen“ von CS Pacat ist kein Buch, dass ich jemals irgendwem ernsthaft empfehlen würde, dafür ist es einfach auf so vielen Ebenen viel zu problematisch bzw. teilweise einfach nur falsch. Trotzdem hat es mir beim Lesen ab einem gewissen Punkt überraschend viel Spaß gemacht… Aber mehr als zwei Sterne kriegt es trotzdem nicht!

Für Fans von…

  • Gay Romance
  • Fifty Shades of Grey
  • Epic Fantasy

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Veröffentlicht von Hannah (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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3 Kommentare zu “Rezension zu Die Prinzen von CS Pacat”

  1. Ich habe Band 1 in der deutschen Übersetzung gelesen und fand es grottig. Zwar liest es sich flott weg, aber mich haben die meisten Deiner Nennungen ebenfalls gestört.

    1. Gut, jetzt bin ich beruhigt, denn nachdem ich mir die Rezensionen bei Goodreads angeschaut habe, dachte ich schon, ich sei irgendwie überempfindlich 😀 Denn so gut ich den Roman gerade im späteren Verlauf auch zu lesen fand, so geschmacklos war er in vielerlei Hinsicht auch…

  2. Ich nehme an, das liegt daran, dass die Story sehr an Mangas angelehnt ist. Solche Art Geschichten findet man dort ja zuhauf. Selbst wurde mir das Buch auch mehrfach empfohlen, darum habe ich es überhaupt erst gelesen. Aber es gibt defintiv Besseres.

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  • "A bis Z Backchallenge"?! Was hat es damit auf sich? Ganz einfach, nachdem ich beim Stöbern auf der Seite des @emf_verlag das Buch "BACK-CHALLENGE: Eine Zutat, zwei Kreationen - 52 Rezepte von A-Z" entdeckt habe, dachte ich mir, sowas will ich auch mal machen. ⠀
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Dummerweise habe ich nicht wirklich die Zeit, jede Woche einen Kuchen zu backen - also habe ich mir Unterstützung gesucht und, statt gegeneinander anzutreten, werden meine Tante @eb_huebner und ich ab dem 9.4. 26 Wochen lang versuchen, die Challenge gemeinsam zu meistern und 26 Kreationen zu 26 verschiedenen, dem Alphabet nach ausgewählten Zutaten zu backen 😊⠀
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Falls ihr mehr wissen wollt oder Lust habt mitzubacken findet ihr alle Infos auf anima-libri.de/abiszbacken und eb-huebner.de/abiszbacken 🍰⠀
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  • Ein paar Fotos 😄 Vorletzte Woche ging es ja für einen kurzen Rundtripp nach Tralee, Dingle und Limerick, immerhin muss man ja auch was von dieser Insel sehen, wenn man schon sechs Wochen hier ist 😁⠀
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Hier also einige Eindrücke aus dem nicht so spannenden Tralee und dem wirklich hübschen Örtchen Dingle 📸⠀
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  • Super dark hot chocolate 🍫 Sooo tasty 😋 
#hotchocolate #chocolate #🍫
  • Ah, es gab da noch so ein Tag! Eins von den gefühlten zwei Dutzend, die ich einfach ignoriert habe 😅 Zu diesem von @jutta.moments zu #bookswithfaces habe ich allerdings schon vor Wochen ein Foto gemacht, das könnte ich dann jetzt ja auch mal posten 😁⠀
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Getaggt wurde mal wieder rein nach dem Zufallsprinzip, also sorry, falls ihr das Tag schon mal gemacht habt 🙂⠀
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  • Heyho ihr Lieben 😘⠀
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Sorry, dass es hier gerade so still ist, aber ich muss zugeben, Irland geht mir derzeit etwas auf den Geist und mit meiner Motivation ist es nicht so weit her 😅⠀
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Auf der Arbeit ist nichts los, es ist denkbar langweilig, und das Wetter wird immer grandioser - gestern und heute kamen zu Regen und Wind auch noch Minusgrade und Schneeflocken... Jetzt ist es also noch nasser und noch kälter, yay ⛈🌨⠀
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Naja, noch zweieinhalb Wochen und dann geht's erstmal nach Madrid und bis dahin sind zumindest die Leute hier echt nett 😁⠀
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  • Happy St. Patrick's Day ☘️ #ireland #cork #theoliverplunkett #travel #traveling #journey #vacation #happystpattysday #happystpatricksday #stpatricksday #stpattysday #☘️ #🇮🇪
  • Manche Bücher fangen so gut an und werden dann irgendwie doch relativ schnell zu ziemlich großem Schwachsinn... So ging es mir auch mit diesem hier, das diese Woche im @heyne.verlag  erschienen ist...⠀
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In der Welt, die Dan Vyleta in "Smoke" geschaffen hat, einem viktorianischen England der etwas anderen Art, sind Sünden für jeden sichtbar. Wer sündigt, der fängt an zu rauchen. Nicht immer und je nach Sünde auf unterschiedliche Art bzw. unterschiedlich intensiv, aber im Großen und Ganzen lässt sich sagen, Sünden werden in dieser Welt durch den Rauch vor aller Augen bloßgelegt. Das ist ein zugegebenermaßen großartiger Ansatz, aus dem sich so viele gesellschaftliche Konsequenzen ziehen lassen... Und genau diese hat der Autor - zumindest anfangs - auch hervorragend umgesetzt.⠀
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Die vollständige Rezension findet über den Bloglink in meiner Bio oder direkt unter anima-libri.de/?p=43100 ❤⠀⠀
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Viel Spaß beim Lesen 😘⠀⠀
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  • Es ist der bislang wärmste Tag des Jahres in Irland! Sage und schreibe 14 Grad 🌡😂 Und noch dazu habe ich bislang nicht einen Regentropfen abbekommen, stattdessen war zwischenzeitlich sogar mal die Sonne zu sehen 🌤 Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass unser Ausflug nach Tralee und Limerick auch einigermaßen regenfrei bleibt... Erstmal ist aber eine Runde Zugfahren angesagt - der Ausblick ist nicht schlecht und der Zug sogar noch besser, kein Vergleich mit den ranzigen Regiobahnen zuhause 🚈 ⠀
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Ach, und Rezensionen gibt es theoretisch auch noch irgendwann, drei Stück habe ich eigentlich fertig, nur abtippen muss ich sie noch und daran scheitert es gerade irgendwie 😅 ⠀
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  • Einfach nur mal ein paar #bookishimpressions aus Cork 😉

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  • Irgendwie verpenn ich momentan ständig die Fotos zu den Rezensionen, die auf meinem Blog online gegangen sind, zu posten 😅 Die neuste ist von gestern und zwar zu den ersten beiden Bänden der "Lumberjanes To the Max Edition" - eine wirklich tolle Comicreihe 😄⠀
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Lumberjanes! Oh, ich weiß überhaupt nicht mehr wie ich auf diesen Comic gekommen bin, aber irgendwie hat der erste Band seinen Weg in mein Regal geschafft, bald darauf auch der zweite und dann sind sie kurzerhand wieder raus geflogen, damit stattdessen die ersten beiden gebundenen Bände der "To the Max Edition" einziehen konnten. Die vereinen die ersten 16 Ausgaben der Lumberjanes von Noelle Stevenson, Shannon Waters und Brooke Allen in hübschen weißen Hardcovern mit farbiger Prägung - ein echter Hingucker.⠀
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Die vollständige Rezension findet über den Bloglink in meiner Bio oder direkt unter anima-libri.de/?p=43237 ❤⠀⠀
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Viel Spaß beim Lesen 😘⠀⠀
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  • Yay, mein erster irischer Regenbogen 😄 Dummerweise waren weder Leprechauns noch Goldtöpfe in Sicht, aber wer weiß, vielleicht wird das ja doch noch was... ⠀
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Habt einen schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche 💛⠀
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  • Das herrliche irische Wetter: Regen und Wind! Besonders der Regen startet übrigens immer genau dann, wenn man das Haus verlässt 😅

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