Rezension zu Angelfire: Meine Seele gehört dir von Courtney Allison Moulton

Lange fackeln tut Autorin Courtney Allison Moulton bei ihrem Debüt „Angelfire: Meine Seele gehört dir“ jedenfalls nicht, denn der Leser wird quasi sofort in die Geschichte hineingeworfen. Ich-Erzählerin Ellie wirkte auf mich anfangs zwar unglaublich oberflächlich und ehrlich gesagt wie ein simples verwöhntes Gör, doch kaum dass sie den Leser erstmals mit ihren Albträumen konfrontiert, verflüchtigt sich dieser Eindruck schnell wieder.

Zwar sticht Ellie nicht wirklich aus der Masse der vielen YA-Heldinnen hervor, aber sie war mir sympathisch und ich konnte mich gut in ihre Position hineinversetzen, lediglich ihre Beziehung zu ihrem männlichen Counterpart war mir, wie so oft in solchen Büchern, etwas zu plötzlich, aber das ist eher ein kleineres Übel.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Art, wie die Autorin die aktuelle, jugendliche Ellie und ihre reinkarnierte Seele mit den Flashbacks aus vorherigen Leben miteinander kombiniert und wie sie es gekonnt schaft die Ähnlichkeiten ebenso hervorzuheben wie die Kontraste.

Die Geschichte selbst ist spannend, detailreich und klar strukturiert, etwas, das mir besonders bei den vielen actionreichen Kampfszenen sehr positiv aufgefallen ist, da diese erstaunlich übersichtlich waren. Sonst habe ich oft das Problem, dass ich bei Kampfszenen schnell den Überblick darüber verliere, was eigentlich passiert, wer genau wie mit wem kämpft und so weiter und so fort und fange dann schnell an mich zu langweilen und überblätter solche Szenen dann einfach. In „Angelfire“ ist das aber zur Abwechslung so gar nicht der Fall. Ganz im Gegensatz, so nervenaufreibend und blutig die Kämpfe auch waren, sie sind immer irgendwie übersichtlich.

Den Ausgleich zu diesen Szenen schafft Moulton durch ihren lockeren und leichten Schreibstil, der auf den ersten Blick im harschen Kontrast zu der teils doch sehr düsteren und blutrünstigen Handlung steht. Insgesamt aber bietet der Schreibstil das perfekte Gegenstück zur Handlung, wodurch die gesamte Geschichte sehr schön abgerundet wird.

Ein wenig gestört hat mich an diesem Serienauftakt, dass er so sehr auf weitere Bände ausgelegt ist und quasi alles zum Ende hin offen bleibt. Ansonsten aber hat mir „Angelfire: Meine Seele gehört dir“ wirklich gut gefallen, denn es unterscheidet sich von der Thematik, vor allem aber von der Umsetzung her, angenehm von anderen aktuellen Jugendbüchern.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Angelfire: Meine Seele gehört dir von Courtney Allison Moulton”

  1. Von Booklikes wurde dein Blog als Blog der Woche ausgezeichnet, also bin ich bei dir stöbern gegangen ;). Und wenn auch meine bevorzugten Genre nicht so ganz die deinen zu sein seinen, folge ich dir nun gern. Ausschlag gab, dass du des Genitivs mächtig bist 😀
    Schade nur, dass du nicht direkt bei Booklikes kommentieren lässt…
    Liebe Grüße und hab noch einen schönen Sonntag – Sunsy

    1. Huch, tatsächlich? Wo sieht man das denn? ^^
      Oh, und du kannst jetzt auch direkt auf Booklikes kommentieren, hätte eigentlich schon vorher klappen sollen, war aber ein Schreibfehler drin ^^

      LG

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