Rezension zu Madame ist leider verschieden von Claude Izner

Mit Krimis kann ich ja eigentlich gar nichts anfangen. Um den ersten Band der „Victor Legris“-Reihe, „Madame ist leider verschieden“, bin ich allerdings eine ganze Weile herum geschlichen und schlussendlich konnte ich nicht widerstehen. Und ich bin wirklich froh, dass ich diesem Buch eine Chance gegeben habe, den das Schwesternpaar, das sich hinter dem Pseudonym Claude Izner verbirgt, konnte mich mit diesem Roman durchaus überraschen.

„Madame ist leider verschieden“ ist dabei allerdings kein allzu spannendes Buch. Es ist recht langsam, geradezu behäbig und der kriminalistische Teil der Handlung ist nun wirklich nichts herausragendes. Was dieses Buch für mich allerdings so lesenswert gemacht hat, waren zum einen die vielen herrlich skurrilen und authentischen Charaktere und zum anderen die Atmosphäre.

Denn den Autorinnen gelingt es meiner Meinung nach ganz wunderbar das Paris des späten 19. Jahrhunderts einzufangen, den Kontrast zwischen Tradition und Technik, den Charme zur Neige gehender Zeiten spürt man eben so sehr wie die Aufbruchsstimmung ins neue Jahrtausend. Der gesamte Roman ist eine einzige sehr bildreiche und atmosphärische Zeitreise, die mich voll und ganz in ihren Bann gezogen hat.

Da ich mir aber ehrlich gesagt auch vom kriminalistischen Teil doch zumindest etwas mehr versprochen habe, konnte mich Claude Izner mit „Madame ist leider verschieden“ dann alles in allem doch nicht zu 100% überzeugen. Trotzdem freue ich mich bereits auf „Ruhe sanft, mein Herz“, den nächsten Fall von Victor Legris, den ich definitiv auch lesen werde.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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