Rezension zu Das Haus der vergessenen Bücher von Christopher Morley

Ich frage mich wirklich, wie es sein kann, dass dieses Buch gut 95 Jahre lang so gut wie keine Aufmerksamkeit erhalten hat und erst fast ein Jahrhundert nach Erscheinen ins Deutsche übersetzt wurde. Denn „Das Haus der vergessenen Bücher“ von Christopher Morley ist ein wirkliches Highlight.

Ein Roman über Bücher mit Krimieinschlägen oder ein Krimi, in dem Bücher eine zentrale Rolle spielen. So oder so, der deutsche Titel passt nicht so ganz, denn vergessen ist der Buchladen weniger, da trifft der Originaltitel „The haunted bookshop“ schon sehr viel eher zu, denn es scheint wirklich zu spuken im Parnassus, dem Laden des überzeugten Bibliophilen und Buchhändler Roger Mifflin.

Es ist mir relativ leicht gefallen in die Geschichte des Buchhändlers hineinzufinden, obwohl diese im New York des Jahres 1919 spielt und auch zu dieser Zeit geschrieben wurde. Die Nachkriegsatmosphäre, die Stimmung einer Stadt, die kurz vorm Übergang in die „wilden Zwanziger“ steht, kommen sehr gut rüber, wobei der Fokus der Geschichte natürlich weniger darauf liegt als auf Mifflins Buchladen und den mysteriösen Vorgängen dort.

Besonders angetan haben es mir der Sprachstil, die vielen literarischen Anspielungen und Zitate, die liebevoll beschriebenen und oftmals überaus skurrilen Figuren (Mr. Mifflin allen voran) und das heimelige, chaotische und irgendwie magische Feeling der Buchhandlung Parnassus. Das alles sind Faktoren, die es mir wirklich leicht gemacht haben in der Geschichte zu versinken, einfach mal voll und ganz in sie abzutauchen.

Dazu kommt die bereits erwähnte Krimihandlung, die zusätzlich zu dem tollen Feeling der Buchhandlung und den skurril-sympathischen Charakteren für große Spannung sorgt. Dadurch kommt eine wirklich fesselnde Mischung zustande, die mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann dieser Geschichte gezogen hat – und um das niemandem zu vermiesen, will ich jetzt auch gar nicht groß etwas zur Handlung sagen 😉

Alles in allem ist Christopher Morleys „Das Haus der vergessenen Bücher“ aber ein absolutes Highlight, quasi eine Pflichtlektüre für alle Bibliophilen, die ich nur allen Leseratten wärmstens ans Herz legen kann!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Das Haus der vergessenen Bücher von Christopher Morley”

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