Rezension zu Der Erbe der Zeit: Der letzte Krieg – die letzte Liebe von Christoph Schneider

Für mich war dieses Buch ein ziemlicher Reinfall.

Christoph Schneiders Fantasy-Epos „Der Erbe der Zeit: Der letzte Krieg – die letzte Liebe“ bietet zwar einige wirklich interessante Grundideen und hat sowohl im Hinblick auf die vom Autor geschaffene Welt als auch bei den hier verwendeten Elementen aus Fantasy und Science Fiction durchaus Potenzial, das geht jedoch völlig unter, da das Buch handlungstechnisch in meinen Augen einfach schlecht ist.

Was dem Buch fehlt ist die Kontinuität seiner einzelnen Figuren, Elemente und Handlungsstränge. Selbst die Sprache ist alles andere als einheitlich, strotzt im einen Satz nur so vor Superlativen und gewollt altmodisch-kitschigen Tonfall, nur um im nächsten Dialog dann wieder voller vulgärer Umgangssprache zu sein. Das passt einfach auf keiner Ebene zusammen, die Geschichte liest sich allein durch diese ständigen Wechsel im Tonfall und in der Ausdrucksweise alles andere als flüssig.

Dazu kommt dann noch, dass die gesamte „Handlung“ völlig willkürlich zu sein scheint. So gibt es zwar blutige und völlig übertriebene Kampf- und Hinrichtungsszenen zur Genüge, das Geschehen dazwischen ist jedoch ebenso unvorhersehbar wie das Verhalten der Charaktere. Denn der Übergang zwischen Gut und Böse ist hier nicht fließend, sondern bei diversen Figuren findet hier immer wieder ein sprunghafter Wechsel zwischen den Extremen statt, der an sich nicht nach zu vollziehen ist und dafür sorgt, dass auch das sonstige Geschehen alles andere als logisch und sinnvoll erscheint.

Alles in allem ist dieses Buch meiner Meinung nach wirklich überflüssig und, auch wenn es über einige gute Ideen verfügt, aus denen man sicherlich sehr viel hätte machen können, schlicht und ergreifend schlecht geschrieben.

Wer diesem Buch trotzdem eine Chance geben möchte, der sollte sich allerdings die App für Android oder Apple besorgen. Denn da bekommt man wenigstens noch einige Extras in Form von Soundtrack und Soundeffekten geboten und zahlt im Endeffekt auch noch deutlich weniger für die ganze Geschichte. Die Musikauswahl der App ist es übrigens auch, was diesem Buch den zweiten Stern eingebracht hat.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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