Rezension zu Lycidas: Die uralte Metropole von Christoph Marzi

Christoph Marzi - Lycidas: Die uralte MetropoleAdd on GoodReadsChristoph Marzi – Lycidas: Die uralte Metropole
 
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Seiten: 864
ISBN: 978-3453529106
 
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Die uralte Metropole“
 
 
 

Als die kleine Emily eines Nachts Besuch von einer sprechenden Ratte erhält, weiß sie, dass nichts in ihrem Leben so bleiben wird, wie es einmal war. Nicht, dass sie ein gutes Leben in dem kleinen Waisenhaus in einem Armenviertel Londons führen würde. Doch dass sie auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft eine phantastische Stadt unter den Straßen Londons entdecken würde und schon bald von den seltsamsten Wesen verfolgt wird – das hätte sich Emily selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausgedacht.

Tauchen Sie ein in diese wundervolle Geschichte, die die viktorianische Atmosphäre eines Charles Dickens mit dem Zauber von Harry Potter verwebt.

 
 
Meinung:
 
Christoph Marzi ist ein Autor, dem ich recht zwiegespalten gegenüber stehe. Einerseits ist „Grimm“ eins meiner absoluten Lieblingsbücher, andererseits habe ich mit „Heaven“ und „Malfuria“ wirklich Probleme gehabt. Und da auch die Meinungen zu „Lycidas“ ja auch recht weit auseinander gehen, war ich lange Zeit sehr skeptisch, habe mich dann aber doch noch dran gewagt und bin wirklich froh darüber.

Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich wirklich auf die Erzählweise dieses Buchs einlassen konnte. Zwar ist Marzis Schreibstil wirklich fantastisch, allerdings ist es doch sehr gewöhnungsbedürftig, dass der Autor hier so sämtliche Prinzipien der Erzähltheorie über den Haufen wirft und munter Zeiten und Perspektiven durcheinander mischt. Überraschenderweise funktioniert das allerdings sehr gut und wenn man einmal in diese Art zu erzählen hinein gefunden hat, macht es richtig Spaß.

Die Geschichte entwickelt schnell ihren ganz eigenen Charme, denn auch wenn man zuerst denkt, man befände sich im viktorianischen London, stellt man schnell fest, dass die Geschichte um Emily ja eigentlich doch im Hier und Jetzt stattfindet. Und in der uralten Metropole! Und die ist etwas ganz besonderes: Denn hier schafft es der Autor gekonnt die verschiedensten mythologischen Elemente aus aller Herren Länder und allen möglichen Kulturen mit einander zu kombinieren, ohne dass die Geschichte dabei ihren natürlichen Charakter verliert.

„Lycidas“ ist eine phantastische Mischung aus düsterer Fantasy, Mythologie und Märchen mit einem Hauch von Krimi. Christoph Marzi wagt ein Experiment mit Perspektiven, Motiven und Elementen, das manch anderer Autor vermutlich völlig in den Sand gesetzt hätte, ihm aber in überragender Weise gelungen ist. Nach einigen Startschwierigkeiten entfaltet „Lycidas“ seine ganz eigene Magie.

Von mir gibt es daher eine ganz dicke Empfehlung für alle Fans etwas ausgefallenerer, düster Fantasy!
 
 


 
 
Absolutes Highlight

 
 
Der Autor
 
Christoph Marzi, Jahrgang 1970, wuchs in Obermending nahe der Eifel auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Familie im Saarland. Seit dem großen Erfolg seiner Saga um die Uralte Metropole (Lycidas, Lilith und Lumen) ist er einer der erfolgreichsten deutschen Phantasik-Autoren.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Lycidas: Die uralte Metropole von Christoph Marzi”

  1. Ich lese gerade „Lycidas“ und bin gefesselt von dem Zauber, der zwischen den Zeilen steckt. Es ist mein erstes Buch von Marzi… und laut deiner Empfehlung wird „Grimm“ wohl das nächste sein (wenn ich die Reihe beendet habe) 😉

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