Rezension zu London von Christoph Marzi

Huh, ein fünfter Band rund um Emily und die Unsichtbare Metropole… Mein größtes Problem mit solchen späten Fortsetzungen ist, dass ich für gewöhnlich nicht mehr den blassesten Schimmer hatte, was genau eigentlich in den ersten vier Bänden passiert ist. Und ehrlich gesagt war meine Motivation auch nicht so riesig groß, die ersten Teile nochmal zu lesen (immerhin habe ich zumindest „Lycidas“ und „Lilith“ erst vor drei Jahren nochmal gelesen“. Aber neugierig auf „London“ war ich schon, also habe ich kurzerhand mein Glück versucht und siehe da, trotz acht Jahren Pause bin ich letztendlich doch ganz gut mit der Geschichte klar gekommen.

Auch in Emilys Welt sind einige Jahre vergangen, vier um genau zu sein, und die Figuren haben sich doch ein wenig verändert seit den Geschehen in „Somnia“. Ich weiß nicht, ob es nur an meiner verblassten Erinnerung an die ersten Bände lag oder an der Zeit, die zwischen den Handlungen verstrichen ist, aber teilweise hatte ich große Probleme die Figuren mit dem zu verbinden, woran ich mich von ihnen noch erinnern konnte. Teilweise folgten da im Laufe der Handlung Erklärungen und Überleitungen, teilweise aber leider auch nicht.

Trotzdem konnte mich „London“ schnell in seinen Bann ziehen, denn es gibt einen Grund dafür, dass Marzi einer der wenigen deutschen Fantasy-Autoren ist, mit deren Büchern ich mich fast immer anfreunden kann: Sein Schreibstil. Der ist einfach großartig. Sehr gut und flüssig zu lesen und dabei dicht und bildreich und irgendwie märchenhaft – auf jeden Fall schafft er es schon mit wenigen Sätzen zauberhafte Geschichten zu spinnen, die einen so schnell nicht mehr loslassen und dazu gehört auch „London“. Außerdem mochte ich die Idee der verschwindenden Stadt.

Alles in allem ist „London“ von Christoph Marzi eine absolut würdige Fortsetzung – märchenhaft-magisch, mit einer tollen Idee und einem großartigen Schreibstil. Mir hat das Buch ein paar schlaflose Nächte beschert und ich kann es nur jedem Fan der ersten vier Bände empfehlen, trotz des etwas holprigen Einstiegs. Und überhaupt ist die gesamte Serie sehr lesenswert für alle, die großartig geschriebene Fantasy mögen.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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