Rezension zu Pancakes von Christine Sinnwell-Backes

Okay, Pancakes als „die neue Art des Pfannkuchens“ zu bezeichnen, ist jetzt doch ein wenig arg hochtrabend. Denn neu ist an dieser amerikanischen Variante der Pfannkuchen ja nun nicht wirklich was. Sie sind halt nur amerikanisch und dementsprechend anders als ein typisch deutscher Pfannkuchen – also diese deutlich dünneren, bis zu tellergroßen Dinger, mit denen ich aufgewachsen bin und die es bei uns wahlweise mit Äpfeln, Zimt und Zucker oder herzhaft mit Schinken und Käse bzw. einer Füllung aus Champignons und Schinkenwürfeln gegeben hat.

Aber egal, Tatsache ist jedenfalls „Pancakes“ von Christine Sinnwell-Backes steckt voller Rezepte für die amerikanischen Pfannkuchen. Von ganz klassisch mit Butter und Ahornsirup (überhaupt nicht mein Fall), über zuckersüß mit Schokofüllung und verschiedenste Varianten mit Obst bis hin zu herzhaften Rezepten, in dieser Rezeptesammlung ist erstmal so ziemlich für jeden Geschmack etwas dabei. Leider aber nicht so viel wie es hätte sein können, denn zum Ende hin gibt es ein meiner Meinung nach völlig überflüssiges Kapitel zu Pancakeart, also dem erstellen kleiner Kunstwerke aus Pancaketeig. Da findet man auf Youtube deutlich hübschere, einfachere und bessere Erklärungen, das Kapitel ist daher in meinen Augen wirklich ziemlich nutzlos…

Zu den Rezepten: Die sind wirklich recht vielfältig. Und das macht sie gleichzeitig interessant und unpraktisch, zumindest für mich. Denn dadurch, dass sie so unterschiedlich sind, ist die Auswahl zwar groß, da sie aber nicht einmal einen gemeinsamen Grundteig haben, wird es teilweise etwas knifflig mit den Zutaten – erst recht, wenn man für den Singlehaushalt nur die halbe Portion Pancakes machen will. Denn was mache ich mit einem angebrochenen Becher Buttermilch, den für nichts außer Pancakes brauche? So trinken bestimmt nicht, allein bei dem Gedanken wird mir übel. Und ich kann mich auch schlecht eine Woche nur von immer denselben Pancakes ernähren. Also ich könnte schon, aber ob das so gesund ist oder sinnvoll beim Abnehmen? Ich wage es zu bezweifeln und spätestens am zweiten Tag könnte ich die Dinger wahrscheinlich eh nicht mehr sehen will.

Ich muss sagen, dieses Ding mit den angebrochenen Zutaten ist für mich immer wieder ein Problem. Und hier hat es mich doch immer wieder vom Probieren abgehalten. Klar, viele Rezepte verwenden völlig gängige Zutaten oder solche, die ich im Laufe der Woche ohne weiteres auch noch in anderen Rezepten unterbringen kann, aber bei vielen stehe ich dann eben doch auch erstmal da und frage mich „Und was mach ich mit dem Rest?“ Die meiner Erfahrung nach beste Lösung? Einfach eine größere Portion machen, bei der die entsprechenden Lebensmittel ganz verbraucht werden und Freunde zum Essen einladen. Ist aber halt auch nicht immer ganz so praktikabel.

Qualitativ konnten mich die Rezepte aber dennoch überzeugen, vor allem die herzhaften waren für mich eine positive Überraschung und werden in Zukunft sicherlich öfter auf meinem Frühstückstisch landen. Zwar bleiben Pancakes/Pfannkuchen was auch immer mit Äpfeln und Zimt meine absoluten Lieblinge, aber ich esse ungern eine komplett süße Mahlzeit, da verabschiedet sich mein Sättigungsgefühl ganz gerne mal und ich kriege kurz drauf auch noch Heißhunger auf was Herzhaftes. Was den Schwierigkeitsgrad der Rezepte angeht, so habe ich den als eher einfach wahrgenommen, er steigert sich allerdings leicht und es sind durchaus etwas anspruchsvollere Dinge dabei – meiner Meinung nach aber nichts, was nicht (fast) jeder ohne große Probleme in der eigenen Küche hinbekommen sollte.

Alles in allem bietet „Pancakes“ von Christine Sinnwell-Backes eine ganz interessante und recht vielseitige Auswahl an Pancake-Rezepten, von klassisch bis recht extravagant und die getesteten Rezepte sind auch alle super gelungen. Leider sind nicht alle Rezepte so wahnsinnig praktikabel und den Abschnitt zur Pancakeart hätte man sich meiner Meinung nach sparen können, trotzdem konnte mich das Buch insgesamt doch überzeugen und bekommt dafür dann auch gute vier Sterne.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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