Rezension zu Chicagoland Vampires: Frisch gebissen von Chloe Neill

Chloe Neill - Chicagoland Vampires: Frisch gebissenAdd on GoodReadsChloe Neill – Chicagoland Vampires: Frisch gebissen
 
Verlag: Egmont Lyx
Format: Taschenbuch
Seiten: 426
ISBN: 978-3802583629
 
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Chicagoland Vampires“
 
 
 

Vampir wider Willen

Eines Nachts wird die Studentin Merit überfallen, beinahe getötet und schließlich gegen ihren Willen in eine Vampirin gewandelt. Sie muss nun lernen, nach den Regeln der Vampirwelt zu leben: keine Sonne, spitze Pflöcke meiden, Blut trinken – und sich dem mächtigen Vampir Ethan Sullivan unterwerfen. Doch darauf hat Merit überhaupt keine Lust, auch wenn der attraktive Unsterbliche ihre Gefühle gehörig in Aufruhr versetzt …

 
 
Meinung:
 
Ich steh total auf Urban Fantasy, lese aber eigentlich nur Young Adult. Beziehungsweise habe ich lange Zeit nur Young Adult gelesen, momentan mache ich so eine kleine Geschmacksänderung durch und bin ständig auf der Suche nach Urban Fantasy mit Chick Lit Einschlägen. Halt eben Urban Fantasy mit einer toughen, selbstständigen und selbstbewussten und vor allem erwachsenen Heldin.
 
Dabei ist es mir ein Gräul, wenn ich ein Buch lese, in dem der Fantasy-Aspekt lediglich Hintergrund für eine schnulzige Romanze oder eine Erotik-Story ist. Daher bin ich immer verdammt zimperlich tatsächlich so ein Buch anzufangen. Da mir die Chicagoland Vampires Serie allerdings wiederholt empfohlen wurde, habe ich mich dann doch mal dran gewagt. Und war positiv überrascht.
 
Die Protagonistin der Serie, Merit, überdurchschnittlich mächtiger Vampir wider Willen, hat nicht nur einen überaus amüsanten Humor sondern hat mich vor allem deshalb begeistert, weil sie sich nicht dem erst besten Typ an den Hals schmeißt, sondern viel mehr alles daran setzt ihre Selbstständigkeit zu erhalten.
 
Neills Roman beginnt in einem recht gezügelten Tempo, was jedoch kein Nachteil ist. So werden nach und nach die Charaktere vorgestellt, bei denen es eine ganze Menge wichtiger Personen gibt. Außerdem hat der Leser so die Möglichkeit sich gemeinsam mit Merit langsam an die Chicagoer Vampire mit all ihren Sitten, Gebräuchen und Traditionen heranzutasten.
 
Und langweilig wird es auch nicht. Die langsame Phase des Buchs ist genau so abgepasst, dass sie nicht unnötig in die Länge gezogen wird und das Buch genau an der richtigen Stelle Tempo aufnimmt, damit der Leser zwar einerseits genug Hintergrundinfos hat, um zurecht zu kommen, aber andererseits nicht mit unnützen Details zugeschüttet wird.
 
Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf, es werden Komplotte geschmiedet und aufgedeckt und es gibt jede Menge Katana-schwingende Action, Magie und sexy Typen sowie kick-ass Mädels, die sich auch von dem heißesten Typen nichts sagen lassen sondern ihren eigenen Kopf durchsetzen können.
 
So weit, so gut. Die Geschichte ist spannend, die Charaktere haben zwar noch deutliches Potential nach oben, aber es ist ja auch nur der erste Band einer Serie, es gibt daher auch noch genug Zeit zur Ausarbeitung der noch vorhandenen Schwächen. Und dass diese Entwicklung kommen wird, das ist schon nach dem ersten Band ersichtlich, denn bereits hier ist deutlich, dass sich die Charaktere weiterentwickeln. Ganz rund war die Geschichte trotzdem noch nicht, aber das ist nicht das eigentliche Problem, das mich dazu gebracht hat, dem Buch nur 3 Sterne zu geben.
 
Mein wirkliches Problem hat mit der Autorin selbst und ihrem Werk gar nicht zu tun. Mein Problem hängt einzig und allein mit der deutschen Übersetzung zusammen. Die Übersetzung ist grauenvoll, besonders wenn man das englische Original kennt. Sie ist holprig, wirkt gezwungen und es gibt immer wieder Stellen, an denen unschöne Fehler den Lesefluss stören. Dazu kommt, und das ist meiner Ansicht nach das schlimmste, dass sämtlicher Wortwitz verloren geht.
 
Chicagoland Vampires lebt vom Wortwitz, vom Galgenhumor und vom Sarkasmus der Charaktere und dadurch, dass vieles davon durch die teilweise wirklich dilettantische Übersetzung verloren geht, verliert das Buch leider wirklich sehr viel.
 
Das Paradebeispiel für diese Übersetzung ist zwar nicht aus Band 1, zeigt aber, was ich meine: Von ihrem Ex-Freund, einem Reporter, wird Merit in einem Artikel als „The Ponytailed Avenger“ zu Deutsch Die Rächerin mit dem Pferdeschwanz bezeichnet. Im Original wird relativ schnell deutlich, dass das alles andere als freundlich gemeint ist. In der Übersetzung, ist jedoch von „der schönen Rächerin“ die Rede und das bringt den sarkastischen Unterton nun wirklich so gar nicht rüber…
 
Daher: Das Buch ist toll, es ist voller altbekannter Elemente und gleichzeitig voller innovativer Ideen und Konzepte, ein grandioser Serienauftakt, der auch tolle Fortsetzungen hoffen lässt, gerade da sich im ersten Band bereits großartige Tendenzen zeigen. Allerdings empfehle ich absolut jedem, der sich an der Serie versuchen will, sie auf Englisch zu lesen, die Übersetzung ist wirklich Mist.
 
 


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3 Sterne - Okay

 
 
Die Autorin
 
Chloe Neill ist im Süden der USA aufgewachsen. Mit der Chicagoland-Vampires-Serie gibt sie ihr Debüt als Autorin. Derzeit schreibt sie an einer neuen Urban-Fantasy-Serie.

Weitere Informationen unter:
www.chloeneill.com
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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