Rezension zu Alle Vögel unter dem Himmel von Charlie Jane Anders

Charlie Jane Anders‘ Roman „Alle Vögel unter dem Himmel“ ist ein erstaunlich schwierig zu bewertendes Buch. Die Idee ist so toll, der Anfang hat fast dazu geführt, dass ich das Buch wieder beiseite gelegt habe, dann wurde es absolut faszinierend und am Ende verlief die ganze Sache irgendwie im Sand… Dazu kommt, dass der Roman sich nicht in ein Genre einordnen lässt. Es geht um Magie und Technik, es ist irgendwie sowohl SciFi als auch Fantasy, fühlt sich an wie magischer Realismus und könnte aber auch eine Dystopie sein.

Im Zentrum der Geschichte stehen Patricia und Laurence, die der Leser von ihrer Kindheit an bis ins Erwachsenenleben begleitet. Sie ist eine Hexe und damit eine Verkörperung der Natur. Er ist ein technisches Genie und damit die Verkörperung der Wissenschaft. Beide sind Außenseiter, die mit ihren Begabungen weder bei der Familie noch in der Schule auf irgendeine Art von Verständnis stoßen. Und so werden sie Freunde. Dann wendet sich das Blatt und die Dinge, die sie zu Schulzeiten noch zu Außenseitern gemacht haben, machen sie zu erfolgreichen Erwachsenen, deren Wege sich allerdings trennen. Eigentlich verfolgen allerdings beide das gleiche Ziel nur mit unterschiedlichen Mitteln: Sie wollen die Erde retten.

»Dein Freund will die Natur kontrollieren,« sagte der Baum, eine Silbe nach der anderen raschelnd. »Eine Hexe muss der Natur dienen.«

Alle Vögel unter dem Himmel von Charlie Jane Anders, Seite 63

In diesem Roman steckt so unglaublich viel Potential und an vielen Stellen schimmert diese potentielle Großartigkeit auch durch. An einigen geht sie aber eben leider auch völlig verloren. So hatte ich erst einmal große Probleme den Einstieg in die Geschichte zu finden, die ersten Kapitel, die von der Kindheit der beiden berichten, waren überhaupt nicht mein Ding. Auch danach ging es etwas holprig weiter, denn während ich die Geschichte ab diesem Punkt eigentlich super interessant fand, ging mir das Auf und Ab, das die Beziehung der Protagonisten durchmacht, nach einer Weile auf den Geist.

Alles in allem macht das „Alle Vögel unter dem Himmel“ von Charlie Jane Anders zu einem Roman, der meiner Meinung nach zwar definitiv lesenswert ist und ein riesengroßes Potential hat, in der Umsetzung aber leider einfach nicht so ganz überzeugen kann. Die Mischung aus Fantasy und SciFi ist total faszinierend, der Hauptplot ebenso, aber es gibt zu viele lose Fäden, zu viele Momente, in denen die Geschichte sich dann doch ein wenig im Nichts verläuft. Schade!

Für Fans von…

  • Magie-Technik-Mashups
  • magischer SciFi
  • Freundschaft turned Romanze

Was andere Blogger sagen:

Tasmin von Tasmetu | Ingrid von Buchsichten | Rebecca von Goldblatt

Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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