Rezension zu Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte von Catherynne M. Valente

Catherynne M. Valente - Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelteAdd on GoodReadsCatherynne M. Valente – Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte
 
Originaltitel: The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making
Verlag: rororo rothfuchs
Format: Gebunden
Seiten: 320
ISBN: 978-3499216329
 

[mygenres] Band 1 der Serie „September“

Die 12-jährige September führt ein schrecklich langweiliges Leben in Nebraska, wo sie den lieben langen Tag nur gelb-rosa Teetassen abspülen und mit ihrem Hündchen spielen kann. Bis eines Tages der Grüne Wind auf seiner Leopardin der leichten Lüfte an ihr Fenster fliegt und sie zu einem großen Abenteuer ins Feenland einlädt. Tatsächlich wird Septembers Hilfe dringend gebraucht, denn im Feenland herrscht eine schreckliche Marquess, die nicht älter ist als September selbst. Sie verlangt von September, einen ganz besonderen Gegenstand aus dem gefährlichen Gespinstwald zu holen. Sonst will die Marquess das Feenland in einen langweiligen, phantasielosen Ort verwandeln und den Einwohnern das Leben zur Hölle machen – darunter auch Septembers neue Freunde, der bücherliebende Lindwurm A-bis-L und der blaue Dschinn Samstag. Mit viel Mut und noch mehr Herz stellt sich September ihrer schwierigen Aufgabe.

 
 
Meinung:
 
Diese Geschichte ist einfach wunderschön. Das erste, was mich an diesem Buch so fasziniert hat, war der schrecklich lange Titel: „The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making“, der in der deutschen Übersetzung sogar noch länger ist: „Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte“. Für meinen Geschmack eindeutig zu lang für ein Kinderbuch (immerhin ist das Buch laut deutschen Verlag für Leser zwischen 11 und 13 gedacht) mit gerade einmal 320 Seiten, im Original sind es sogar nur knapp 200. Was kann da schon großartig hinter so einem ewig langen Titel stecken?

Genau deswegen war es auch der Titel, der mich anfangs davon abgehalten hat, das Buch zu lesen. Dank des wunderschönen Covers und des tollen Original-Trailers (siehe unten) habe ich das Buch dann allerdings doch auf meine Wunschliste gesetzt und dann auch vor über einem Jahr geschenkt bekommen, gelesen und mir dann voller Begeisterung jetzt auch die deutsche Ausgabe gekauft.

Und das Buch ist nach wie vor einfach absolut wundervoll. Selbst auf Deutsch. Denn was mich an diesem Buch besonders begeistert hat, waren weder die Geschichte noch die Charaktere, auch wenn die absolut faszinierend waren, sondern der wundervolle Schreibstil der Autorin in Verbindung mit den herrlichen Zeichnungen, die das Buch enthält.

Also, der Schreibstil ist genial, die Kombination von allwissendem Erzähler und den eingeschobenen Kommentaren von Valente selbst – eine wirklich kuriose Mischung, die nur schwer erfolgreich umzusetzen ist – passt hier perfekt zusammen. Dank dem wirklich bildhaften Stil der Autorin wurde die Geschichte quasi vor meinem inneren Auge lebendig und sobald man sich einmal in den Schreibstil von Valente eingelesen hat, ist es so einfach sich in Septembers abenteuerlicher Reise durch das Feenland zu verlieren und das Buch entwickelt ernsthaftes Suchtpotential.

Valente hat es hier geschafft eine eigentlich leicht zu lesende und zu verstehende Sprache, die das Buch durchaus für jüngere Leser zugänglich macht, mit einer wundervollen Prosa zu kombinieren, die gleichzeitig voller Humor und voller Herzschmerz ist. Dadurch wird dieses Buch so besonders, ein wahres Juwel.

Und die Charaktere… Himmel, die waren wirklich toll. Allesamt, sowohl September, die Protagonistin, als auch die kleineren Nebencharaktere, die nur ein oder zweimal aufgetaucht sind, waren hervorragend konzipiert. Sie alle waren detailliert, vielseitig und sehr realistisch was ihre Aktionen und Motive anging und alle sind sympathisch und voller Witz und Humor, selbst die Bösewichte – auch wenn die genauso sehr gruselig und schrecklich sein können.

Das einzige, was mich minimal irritiert hat, war das Ende. Gerade, als ich das Buch zum ersten Mal auf Englisch gelesen habe, fand ich das Ende irgendwie chaotisch und verwirrend und es wurde etwas schwierig der Geschichte zu folgen. In der Übersetzung hatte ich dieses Problem allerdings überraschenderweise nicht mehr, hier wurde es zum Ende hin zwar durchaus auch etwas komplizierter – obwohl die gesamte Geschichte bereits sehr komplex ist – aber ich hatte nicht das Problem, dass ich den Überblick verloren habe.

Ein absolut tolles Buch, das ich wirklich nur jedem Leser empfehlen kann, denn auch wenn es offiziell ein Kinderbuch ist, ist es auch für ältere Leser durchaus geeignet und in meinen Augen sogar eher, da es voller feiner Nuancen steckt, die einem schnell entgehen können. Daher auch ein tolles Buch zum Mehrfach lesen!
 
 


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Absolutes Highlight
 
 

 
 
Die Autorin
 
Catherynne M. Valente hat bereits zahlreiche Romane und Gedichtbände geschrieben und wurde dafür vielfach ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Partner, zwei Hunden und einer riesigen Katze auf einer Insel vor der Küste von Maine.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte von Catherynne M. Valente”

  1. Ich habe mich zuerst in das wunderschöne Cover verliebt! Dann hat mir dieser – wie du schon erwähnst- ungwöhnliche langer Titel angesprochen (was dich ja eher abgeschreckt hat) und als ich dann den Trailer gesehen hab, schmolz ich quasi dahin 😀

    Demnächst fahr ich in Urlaub, und dieses Buch wird mich garantiert begleiten. Zu Hause durfte es schon bei mir einziehen 😀

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