Rezension zu Incarceron: Fliehen heißt sterben von Catherine Fisher

Dieses Buch habe ich schon vor einigen Jahren zum ersten Mal gelesen und fand es damals schon sehr gut, konnte mich aber nur noch dunkel daran erinnern, weshalb ich mich dann jetzt auch an die deutsche Übersetzung gewagt habe. Und das Buch war immer noch toll.

Die Welt, die Fisher hier geschaffen hat, diese Mischung aus Dystopie und historischem Steampunk, hat mich von der ersten Seite an wirklich gefangen genommen und begeistert, auch wenn es zugegebenermaßen doch etwas gedauert hat, bis ich einen Sinn daraus machen konnte. Nach und nach tun sich hier immer mehr Überraschungen und Geheimnisse auf, die es zu ergründen und erkunden gilt.

Die Erzählung wechselt dabei immer wieder zwischen den beiden Protagonisten Claudia und Finn hin und her. Die eine lebt ein behütetes Leben als Tochter eines der einflussreichsten Männer in einem Steampunk-Königreich, der andere muss als Insasse von Incarceron jeden Tag aufs Neue um sein Leben kämpfen. Irgendwie hängen die Schicksale dieser beiden jungen Menschen zusammen, wie genau diese Verbindung jedoch aussieht, wird erst nach und nach offensichtlich.

Besonders aber die Welt war es eben, die diesen Roman so einzigartig gemacht hat, denn Fisher hat hier eine wirklich außergewöhnliche Mischung kreiert und diese auf so bildhafte und atmosphärische Art umgesetzt, dass ich als Leser gar nicht anders konnte, als mich von Claudia und Finn in diese Welt entführen zu lassen. Allerdings ist es genau dieser Weltaufbau, der die wenigen Schwächen des Romans birgt. Denn an einigen Stellen ist die Logik hinter Fishers Kreation dann doch nicht so überzeugend, bzw. die Begründungen für bestimmte Zustände fehlen oder sind lückenhaft.

Allerdings gibt es ja noch einen zweiten Band und nein, der muss nicht erst noch geschrieben werden, denn genau genommen feiert Incarceron dieses Jahr schon seinen sechsten Geburtstag (erstmals veröffentlicht wurde das Buch am 3. Mai 2007 in GB) und auch der zweite und letzte Band Sapphique erschien bereits 2008 und muss daher nur noch übersetzt werden.

Alles in allem fand ich Incarceron absolut faszinierend und sehr fesselnd, die Schwächen, die das Buch aufweist, fand ich im Vergleich dazu nicht weiter ausschlaggebend, hoffe aber natürlich, dass alle noch offenen Fragen im zweiten Band geklärt werden.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Incarceron: Fliehen heißt sterben von Catherine Fisher”

  1. Deine Rezension gefällt mir sehr gut. Sie verrät nicht zu viel und doch macht sie so neugierig, dass ich selbst von dieser Welt gefangen genommen werden will.
    Eine Mischung aus Dystopie und historischem Steampunk sagst du? Wow! Das ist mal eine interessante Mischung! Ich bin gerade voll auf einem Dystopien-Trip und werde wohl um dieses Buch nicht herumkommen 😉

    Liebe Grüße
    Anja

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