Rezension zu Nightshifted: Medizin um Mitternacht von Cassie Alexander

Cassie Alexander – Nightshifted: Medizin um Mitternacht
Originaltitel: Nightshifted
Verlag: Piper
Format: Taschenbuch
Seiten: 384
ISBN: 978-3492268493
Fans von »Grey’s Anatomy« und »Doctor’s Diary« werden den Atem anhalten – denn keine Krankenschwester ist so wagemutig, witzig und sexy wie Edie Spence! Nacht für Nacht rettet sie ihre Patienten vor dem endgültigen Tod, denn meist sind die alles andere als lebendig. Die Station Y4, auf der Edie Nachtschicht hat, nimmt ausschließlich übernatürliche Geschöpfe wie Vampire, Zombies und Gestaltwandler auf. Aber dann verliert ein Patient durch Edies Schuld sein untotes Leben, und das bringt ihr allerhand Schwierigkeiten ein – darunter die Suche nach einem vermissten Mädchen, eine Klage vor dem höchsten Vampirgericht sowie zahlreiche stürmische und vor allem untote Verehrer.
Buchkritik:
Ja, nun ja… Grey’s Anatomy meets Urban Fantasy klingt in der Tat sehr interessant (wenn man denn auf diese schnulzigen Krankenhaus-Serien steht), trifft in diesem Fall den Nagel aber nicht so ganz auf den Kopf. Ja, Edie Spence ist Krankenschwester und ja, sie arbeitet auf einer Station für übernatürliche Wesen wie Zombies, Werwölfe und Vampire und ja, es gibt sicherlich auch das eine oder andere knisternde Romanze, aber “Medizin um Mitternacht” ist eindeutig keine weichgespülte Schmonzette sondern geht eher in eine düstere und definitiv blutrünstige Richtung.
Unglücklicherweise fällt es mir oft schwer mich wirklich auf ein Buch einzulassen, wenn sich herausstellt, dass es atmosphärisch ganz anders ist, als die Marketing-Strategie der Verlags vermuten lässt. Und die setzt in diesem Fall nun mal hauptsächlich auf den Vergleich mit den auch in der Inhaltsangabe genannten Fernsehserien, der allerdings in meinen Augen vollkommen unangebracht ist. Daher habe ich in Erwartung einer frischen, humorvollen Urban Fantasy Romanze mit dem Lesen begonnen, musste aber schon nach wenigen Seiten feststellen, dass das Buch in eine deutlich düstere Richtung geht.
An sich ist das natürlich keine Katastrophe, ich brauche in solchen Fällen halt länger, um mit der Geschichte warm zu werden, nur leider war die Welt, die Alexander hier geschaffen hat, für mich sehr undurchschaubar und auch die Handlung fand ich, obwohl rasant und intensiv, recht schwierig zu verfolgen. Viele Dinge haben sich mir einfach nicht erschlossen und es ist mir schwergefallen, die einzelnen Details aus Alexanders recht anspruchsvollem Schreibstil herauszufiltern und aneinanderzureihen, was es für mich unmöglich gemacht hat wirklich in die Geschichte einzutauchen.
Größtenteils lag das sicherlich daran, dass ich mich im Vorhinein auf etwas “Leichteres” eingestellt hatte, aber auch bei meinem zweiten Startversuch konnte ich mich mit dem Stil der Autorin nicht so ganz anfreunden, er war mir einfach zu undurchsichtig und stellenweise auch zu verworren.
Dadurch ist es mir sehr schwer gefallen in die Geschichte einzutauchen und sie wirklich zu genießen, was ich schade finde, denn die Ideen, die Alexander in “Medizin um Mitternacht” vorstellt, finde ich eigentlich sehr vielversprechend und das Buch hat definitiv seine Reize, voraus gesetzt man kann etwas mit dieser Art von Fantasy, ein wenig düsterer, ein wenig blutrünstiger als die meisten Urban Fantasy Romane, anfangen. In der Hoffnung, dass die Autorin im zweiten Band vielleicht einen für mich etwas reizvolleren Stil an den Tag legt, werde ich mit Sicherheit auch “Visite bei Vollmond” lesen, denn darauf hat mich der erste Band dann doch trotz all meiner Probleme mit ihm neugierig gemacht.
Fazit:
Das Buch hat mich nicht vom Hocker gerissen, aber es ist auch kein “schlechtes” Buch und hat mich doch sehr neugierig gemacht, wie es wohl mit Edie weitergeht. Glücklicherweise erscheint der zweite Band ja schon Anfang März (übrigens noch bevor auch nur der erste Band auf Englisch erschienen ist, der kommt nämlich erst im Mai raus) und ich brauche mich daher nicht auf eine lange Wartezeit einzustellen.
Ansonsten kann ich allen nur raten, sich nicht von dem weichgespülten Krankenhaus-Kitsch-Romanzen Cover und den Vergleichen zu “Grey’s Anatomy” und “Doctor’s Diary” fehlleiten zu lassen und dem Buch eine faire Chance zu geben, denn die hat es definitiv verdient.
Das Cover:
So cool und gleichzeitig so irreführend… Tja… Wie schon gesagt, finde ich diese Marketingstrategien, die einen etwas ganz anderes vermuten lassen, als dann tatsächlich im Buch steckt, ziemlich blöd, gefallen tut mir das Cover an sich aber trotzdem.
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Mit herzlichem Dank an den Piper Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen


Die Autorin
Cassie Alexander arbeitet sowohl als Krankenschwester als auch als Schriftstellerin. Am liebsten hat sie Alchemie, Blut und Wissenschaft – in genau dieser Reihenfolge. Als angehende Autorin nahm sie am renommierten Clarion West Workshop teil und gehört heute den Science Fiction Writers of America an. Ihre »Nightshifted«-Trilogie ist Cassie Alexanders phantastisches Debüt. Weiteres zur Autorin: www.cassiealexander.com



















